Nürnberger Tiergarten Was wurde aus dem Schaf Rosi?

Das Rotkopfschaf Rosi steht mit seinem Lamm in seinem Gehege im Nürnberger Tiergarten.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)
  • Im Mai 2015 wurde Lamm Rosi aus dem Nürnberger Tiergarten entführt.
  • Zwei Wochen später tauchte das Tier in einem Bordell auf.
  • Rosi ist heute ein "Vorzeigeschaf", gerade ist sie zum zweiten Mal Mutter geworden.

Prostitution, Rauschgift und Kidnapping - und mittendrin Schaf Rosi. Vor drei Jahren versetzte die spektakuläre Entführung des damals nur zwei Wochen alten Wollknäuels den Nürnberger Tiergarten in Aufruhr. Einen kurioseren Fall hat Zoo-Tierärztin Katrin Baumgartner in ihrer ganzen Laufbahn nicht erlebt, wie sie sagt. Noch heute schüttelt die Veterinärin ungläubig den Kopf, wenn sie an die Ereignisse zurückdenkt.

Im Mai 2015 verschwand Lamm Rosi am helllichten Tag. "Wir konnten es uns nicht erklären", erzählt Baumgartner. Denn das Gehege sei gut eingezäunt. Das ganze Gelände wurde auf den Kopf gestellt, der Weiher durchsucht und ein Container ausgehoben. Doch von Rosi fehlte jede Spur.

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Knapp zwei Wochen später die Überraschung: Eine Tierpflegerin sieht Rosi in einem Fernsehbericht. Das Schaf wurde von der Münchner Polizei in einem Bordell gefunden. Eine in Lämmer vernarrte Prostituierte hatte das Schaf gestohlen und auf ihrem Zimmer gehalten. Bei der damals 25-Jährigen wurde außerdem Marihuana gefunden. Erst vier Monate zuvor hatte das Veterinäramt im Ennepe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen ein Tierhaltungsverbot gegen die Frau verhängt. Ihre 25 Schafe nahm man ihr wegen Unterernährung weg, wie ein Sprecher des Veterinäramts sagte.

Nach vier Wochen Quarantäne konnte Rosi wieder zu ihrer Herde zurück. Ein Trauma hat das Schaf durch seinen Bordell-Aufenthalt nicht davongetragen. Sie sei völlig unauffällig, sagt Tierärztin Baumgartner. "Sie ist ein Vorzeige-Schaf." Erst vor zwei Wochen wurde Rosi zum zweiten Mal Mutter. Zur Freude des Tiergartens ist es ein Weibchen. Einen Namen bekommt das kleine Lamm aber nicht - wie alle Schafe seit der Entführung. "Das haben wir aufgegeben." Zu groß sei der Skandal um Rosi gewesen.

Rotkopfschaf Rosi sei eine ausgezeichnete Mutter, typisch für die alte Haustierrasse. "Die Schafe kommen ohne große menschliche Fürsorge aus", sagt Baumgartner. Rotkopfschafe, die aus den französischen Pyrenäen stammen, seien sehr robust. Außerdem hätten sie eine hervorragende Wollqualität, sie geben Milch und sogar ihr Fleisch könnte man essen - wenn es mehr von den Tieren gäbe. Man erkennt die Schafe an den rötlichen Beinen und dem Kopf sowie ihrem langen Schwanz. Deutschlandweit gebe es derzeit etwa 200 der Schafe.

Rosi ist derweil nicht vergessen. Die Berliner Designerin Rike Feurstein ist auch "aufs Schaf gekommen", wie sie sagt. Sie fertigt handgearbeitete Hüte aus Wolle. Für Feursteins Kreationen lässt auch die Nürnberger Schafherde einmal pro Jahr Haare , auch Rosi wurde vor kurzem wieder geschoren.

Im Herbst kann man dann eine Mütze aus ihrer Wolle kaufen.

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