Vogelschutz:Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen stimmt gegen Wiesenbrüter-Projekt

Vogelschutz: Bedrohter Wiesenbrüter: Der Kiebitz zählt zu den Arten, die selten geworden sind.

Bedrohter Wiesenbrüter: Der Kiebitz zählt zu den Arten, die selten geworden sind.

(Foto: Peter Zschunke/dpa)

Naturschützer werfen Landrat Westphal vor, seit Monaten Stimmung gegen das Vorhaben gemacht zu haben. Der Nachbarlandkreis Ansbach will dennoch weitermachen.

Es war eine lange Debatte im Kreistag des mittelfränkischen Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Aber es ist dann doch so gekommen, wie es sich zuvor abgezeichnet hatte: Die Region wird nicht an dem Vogelschutzprojekt "Chance.natur - Lebensraum Mittelfränkisches Altmühltal" teilnehmen. Das hat der Kreistag unter Führung von Landrat Manuel Westphal (CSU) am Montag entschieden. Zwar ging die Abstimmung mit einem Patt aus, aber damit war der Antrag für das Projekt abgelehnt.

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV), der sich seit drei Jahren für das Projekt eingesetzt hatte, reagierte enttäuscht. "Damit hat der Kreistag eine einmalige Gelegenheit für den Schutz vom Aussterben bedrohter Wiesenbrüter und die Förderung der Landwirtschaft vergeben", sagte LBV-Chef Norbert Schäffer. Er warf Landrat Westphal vor, "seit Monaten Stimmung gegen das Projekt gemacht zu haben".

Das Projekt sollte sich um die wenigen verblieben Großen Brachvögel, Kiebitze und anderen Wiesenbrüter im Altmühltal zwischen Colmberg im Landkreis Ansbach und Treuchtlingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen kümmern. Wiesenbrüter zählen zu den am meisten bedrohten Vogelarten in Bayern. Das Altmühltal ist eines der wenigen Gebiete, in denen noch größere Wiesenbrüter-Bestände vorkommen.

Die Bauern im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen befürchten allerdings Nachteile von dem Projekt - bei der Wiedervernässung von Wiesen zum Beispiel oder ihrer späteren Mahd. Deshalb lehnen sie Chance.natur ab, obwohl damit zehn Millionen Euro Förderung in die Region geflossen wären. Anders im Landkreis Ansbach: Dort gibt es keine Proteste. Nun soll das Projekt dort auf verkleinerter Fläche umgesetzt werden, teilte das Bundesamt für Naturschutz mit, das für Chance.Natur zuständig ist.

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