Manching:Frühes Recycling

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Manching: Bei den Ausgrabungen im Zentrum des Oppidums Manching haben Archäologen unter anderen eine Kinderrassel mit Vogelkopf gefunden.

Bei den Ausgrabungen im Zentrum des Oppidums Manching haben Archäologen unter anderen eine Kinderrassel mit Vogelkopf gefunden.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Bei den Ausgrabungen im Zentrum des Oppidums finden Archäologen Belege dafür, dass die Bewohner dort bereits vor 2000 Jahren ressourcenschonend wiederverwerteten.

Archäologische Untersuchungen in Oberbayern zeigen, wie die Menschen bereits vor mehr als 2000 Jahren recycelten. "Das Grabungsteam ist auf zerbrochene Tongefäße gestoßen, die zu Handarbeitsgeräten umfunktioniert wurden, und auf für den Brunnenbau zweitverwertete Fasswände", sagte Bayerns Generalkonservator Mathias Pfeil am Dienstag. Wahrscheinlich wurden damals Holz und Keramik wiederverwendet, um Ressourcen zu sparen.

Die Ausgrabungen finden seit Anfang 2022 im Oppidum Manching, einer herausragenden keltischen Siedlung, statt. Mittlerweile ist dem Landesamt für Denkmalpflege zufolge rund die Hälfte der aktuellen Grabungsfläche im Zentrum des Oppidums untersucht und dokumentiert worden. Die jüngsten Funde zeigten ein detailreiches Bild vom Alltag der Menschen, die dort lebten und arbeiteten.

Manching: Die aktuellen archäologischen Untersuchungen im Zuge der Bauarbeiten nahe der Bundesstraße 16 verdeutlichen, wie die Siedlung organisiert war und wie die Menschen dort vor über 2000 Jahren wohnten, arbeiteten und aßen.

Die aktuellen archäologischen Untersuchungen im Zuge der Bauarbeiten nahe der Bundesstraße 16 verdeutlichen, wie die Siedlung organisiert war und wie die Menschen dort vor über 2000 Jahren wohnten, arbeiteten und aßen.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Die keltische Siedlung zählt laut Landesamt zu den bedeutendsten Bodendenkmälern nördlich der Alpen. Notwendig wurden die Untersuchungen durch Bauarbeiten an der Bundesstraße 16. Im Jahr 1999 wurde bei anderen Grabungsarbeiten in der Keltenstadt die Goldmünzen gefunden, die im November aus dem Kelten Römer Museum in Manching gestohlen wurden.

Drei Wochen nach dem Golddiebstahl ist nun das Manchinger Museum teilweise wiedereröffnet worden. Zumindest die derzeitige Sonderausstellung "Im Dienste Roms - Legionen und Hilfstruppen" über die römische Armee kann wieder besucht werden. Die vom Diebstahl betroffene Dauerausstellung bleibe jedoch weiterhin geschlossen - ein Datum zur Wiedereröffnung sei noch nicht bekannt.

In der aktuellen Sonderausstellung stehen dem Museum zufolge die Struktur und Bewaffnung der römischen Armee im Mittelpunkt. Zu sehen seien Modelle und lebensgroße Zeichnungen römischer Soldaten sowie Repliken zum Anfassen. Zudem können sich Besucherinnen und Besucher mit Schwert und Schild an einem hölzernen Übungspfahl beweisen. Die Ausstellung laufe bis zum 19. März 2023.

In der Nacht zum 22. November waren Unbekannte in das nahe Ingolstadt gelegene Museum eingebrochen und hatten den 3,7 Kilogramm schweren und etwa 2000 Jahre alten Goldschatz des Museums gestohlen. Die 1999 in Manching ausgegrabene Münzsammlung war der größte keltische Goldfund des vergangenen Jahrhunderts und das Prunkstück des Hauses. Der reine Materialwert wird zwar nur auf etwa 250 000 Euro geschätzt, der Handelswert für die historischen Münzen geht jedoch in die Millionen.

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