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Lotti taucht nicht auf:Mit Nachtsichtgeräten auf Krötenjagd

Alligator-Schildkröte in Peking.

So könnte Lotti aussehen: Alligatorschildkröte in Peking.

(Foto: Diego Azubel/dpa)

"Wir legen uns jetzt auf die Lauer": Weil die Alligatorschildkröte "Lotti" weiter verschwunden bleibt, greift die schwäbische Gemeinde Irsee zu ungewöhnlichen Mitteln: Mit Nachtsichtkameras wollen die Helfer das Tier nun aufspüren.

Alligatorschildkröte Lotti bleibt verschwunden - nun will die schwäbische Gemeinde Irsee den Oggenrieder Weiher unter anderem mit Nachtsichtkameras beobachten. "Wir legen uns jetzt auf die Lauer", sagte der stellvertretende Bürgermeister, Bertram Sellner, am Mittwoch.

Auch die acht aus München angereiste Experten konnten die Schildkröte bisher nicht finden. Sie soll in der vergangenen Woche einen achtjährigen Bub gebissen und ihm dabei zweimal die Achillessehne durchtrennt haben.

Der Operationsarzt ging von einem Tierbiss aus. Daraufhin befragte Experten sagten, dass es sich um den Biss einer Alligatorschildkröte handeln könnte. Der See wurde umgehend gesperrt und das Wasser abgelassen. Seitdem läuft die Suche nach Lotti.

Die Münchner Zoologen gingen davon aus, dass sich die Schildkröte zeige, wenn der Schlamm auf der Fläche des Weihers getrocknet sei, sagte Sellner. "Das ist zwar alles zum Schmunzeln, aber wir als Gemeinde sind aufgefordert, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen."

Seit dem Wochenende ist der kleine Ort Irsee im Ostallgäu Schauplatz eines Sommerlochspektakels. Unzählige Journalisten fielen in die Marktgemeinde ein, um nach einer Schildkröte zu fahnden, von der immer noch keiner sicher weiß, ob sie überhaupt existiert. Ein 15 Mann starkes Team der Freiwilligen Feuerwehr von Irsee suchte den sumpfigen Untergrund im Weiherbecken am Montag Quadratmeter für Quadratmeter ab. In Ufernähe wurde ein Elektrozaun errichtet, Lebendfallen mit Fleischködern sollten die Schildkröte anlocken. Bisher blieben alle Maßnahmen erfolglos.

© Süddeutsche.de/dpa/tba/infu
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