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Landsberg am Lech:Asylhelfer treten in 24-stündigen Warnstreik

  • Bayerische Asylhelfer werfen der Staatsregierung vor, "durch populistische Stammtischreden ein Klima der Fremdenfeindlichkeit und Angst" zu schaffen.
  • Sie sind deshalb in einen 24-stündigen Warnsteik getreten und haben in Landsberg am Lech am Samstag gegen die Asylpolitik demonstriert.

In Landsberg am Lech sind am Samstag ehrenamtliche Asylhelfer aus ganz Bayern demonstrativ in einen 24-stündigen Warnstreik getreten, um gegen die aktuelle bayerische Asylpolitik zu protestieren. Nach Angaben der Veranstalter fanden sich dazu am späten Vormittag auf dem Hauptplatz rund 250 Demonstranten ein, viele weitere Asylhelfer seien aber auch zu Hause in einen kurzfristigen Streik getreten.

In Protestschreiben, die in diesem Zusammenhang verbreitet wurden, standen Forderungen wie jene, die Staatsregierung solle aufhören, "durch populistische Stammtischreden ein Klima der Fremdenfeindlichkeit und Angst" zu schaffen. Die Kriminalisierung aller Asylbewerber müsse ein Ende finden.

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Raffael Sonnenschein, der Initiator der Streikaktion, übte massive Kritik an lokalen Behörden in Bayern, die ehrenamtlichen Asylhelfern oftmals "Knüppel zwischen die Beine" würfen. "Unsere Arbeit wird unnötig erschwert beziehungsweise mit den Füßen getreten", sagte er. Die Protestaktion in Landsberg - untermalt mit symbolischen Aktionen wie einem großen Schulterschluss der Asylhelfer - diene nun dazu, die Öffentlichkeit nachhaltig über diesen Missstand zu informieren.

"Für 24 Stunden halten wir das System an", erklärte er mit Hinweis darauf, dass ohne die Arbeit der Ehrenamtlichen jegliche Integrationsarbeit rasch zusammenbreche. Flüchtlinge sollten aber durch den Warnstreik nicht zu Schaden kommen. "Für Notfälle haben alle an unserem Protest teilnehmenden Helferkreise eine Person bestimmt, die den Asylbewerbern helfen kann", sagte Sonnenschein.

Solidaritätsadressen erhielten die Organisatoren der Streikaktion von rund hundert Helferkreisen aus ganz Bayern - darüber hinaus auch von den Landtagsfraktionen der Grünen und der SPD sowie vom Bayerischen Flüchtlingsrat. "Viele Ehrenamtliche sind zornig oder frustriert", schrieb Stephan Dünnwald, einer der Sprecher des Flüchtlingsrats, den Protestierenden. Bezüglich der Asylpolitik drehe Bayern gerade das Rad zurück: "Seit dem Herbst 2015 hat sich diese massiv zu einer Asylverweigerungspolitik entwickelt."

Die Protestveranstaltung sei "live über Facebook gesendet" worden, sagte Initiator Raffael Sonnenschein. Seinen Worten zufolge haben weltweit rund 18 000 Nutzer die Kundgebung am Computer verfolgt.

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