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Kernkraft:Atommüll-Zwischenlager bleiben viel länger in Betrieb als geplant

Atomkraftwerk Gundremmingen

Das Atomkraftwerk Gundremmingen

(Foto: dpa)

Das betrifft die Zwischenlager der Kernkraftwerke in Gundremmingen, Grafenrheinfeld und Ohu.

Die Atommüll-Zwischenlager der bayerischen Kernkraftwerke in Gundremmingen, Grafenrheinfeld und Ohu bleiben voraussichtlich weit länger in Betrieb, als es die aktuellen Genehmigungen vorsehen - also bis weit in die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts. Dies bestätigten Führungskräfte des Kraftwerks Gundremmingen am Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung.

"Zu einer Verlängerung der Betriebserlaubnis wird es keine Alternative geben", sagte Udo Krumpholz, der als Teilbereichsleiter für die Entsorgung radioaktiver Materialien zuständig ist. Grund der Ausdehnung: Wenn die atomrechtlichen Genehmigungen in den Jahren 2046 und 2047 ablaufen, wird noch kein Endlager zur Verfügung stehen, in dem die radioaktiven Brennstäbe deponiert werden können.

Kraftwerks-Sprecher Schmidt sieht darin kein Sicherheitsrisiko

Die bundesweite Suche nach einem Endlager-Standort dauert noch an, und Krumpholz geht davon aus, dass ein funktionstüchtiger Schacht erst "zwischen 2080 und 2100" zur Verfügung stehen wird. Die Zwischenlager in Gundremmingen und Grafenrheinfeld gingen 2006 in Betrieb, Ohu folgte 2007. Damals befristete das Bundesamt für Strahlenschutz die Genehmigungen auf 40 Jahre.

Hintergrund für diese Beschränkung waren laut Kraftwerks-Sprecher Tobias Schmidt "Planungen des Bundes, nach denen bis 2030 ein Endlager eingerichtet sein sollte". Die abgebrannten Brennelemente sollten demnach vor 2046 im Endlager deponiert werden. Diese Pläne sind inzwischen hinfällig.

Das Gundremminger Zwischenlager ist das größte in Bayern. Es bietet Platz für 192 Castoren-Behälter, in denen abgebrannte und stark strahlende Brennstäbe verschlossen sind. Zurzeit stehen dort 45 solcher Behälter. Ende 2021 wird der letzte Gundremminger Reaktor heruntergefahren.

Der Abbau des Kraftwerks soll laut Udo Krumpholz im Jahr 2040 abgeschlossen sein. Doch das Zwischenlager wird wohl viele Jahre länger stehen. Kraftwerks-Sprecher Schmidt sieht darin kein Sicherheitsrisiko: "Uns liegen keine Erkenntnisse vor, die aus technischer Sicht gegen eine Nutzung des Zwischenlagers über den heute genehmigten Zeitraum hinaus sprechen."

© SZ vom 17.06.2016/infu
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