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Deggendorf:Scheuer soll Niederbayern-CSU führen

Andreas Scheuer in der CSU-Parteizentrale in München, 2015

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer ist nun der einzige Kandidat, der sich um die Nachfolge von Manfred Weber bewirbt.

(Foto: Florian Peljak)

Doch keine Kampfabstimmung: Die Gegenspieler des CSU-Generalsekretärs geben klein bei.

Überraschende Wende im Kampf um den niederbayerischen CSU-Bezirksvorsitz: CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer ist nun der einzige Kandidat, der sich um die Nachfolge von Manfred Weber bewirbt. Das ist das Ergebnis einer Vorstandssitzung am Sonntag in Deggendorf. Bildungsstaatssekretär Bernd Sibler und der Straubinger Oberbürgermeister Markus Pannermayr haben ihre Kandidatur zurückgezogen. Scheuers Wahl soll am kommenden Freitag auf einem Sonderparteitag in Landshut besiegelt werden. Weber muss dieses Amt aufgeben, weil er im November zum stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt worden ist.

In einer dreieinhalbstündigen turbulenten Sitzung war es am Sonntag gleich zu mehreren Kraftproben gekommen. Zunächst gaben Sibler und Pannermayr ihren Verzicht bekannt. Dafür stand plötzlich Christian Bernreiter, der Präsident des bayerischen Landkreistags, als Kompromisskandidat zur Disposition. Bernreiter hatte dies zwar vor Monaten bereits abgelehnt, hätte sich aber in die Pflicht nehmen lassen. Scheuer indes hielt an seiner Bewerbung fest.

Ein Treffen in kleiner Runde hatte Scheuer kurzfristig platzen lassen

Unterstützung bekam er von Parteifreunden, die fürchteten, Bernreiters Kandidatur könnte Auswirkungen bis ins bayerische Kabinett hinein haben. Nach Angaben von Teilnehmern zog Bernreiter seine Bereitschaft daraufhin wieder zurück. Den Vorwurf, es werde um Posten geschachert, werde er sich nicht machen lassen. Offenbar war der Zuspruch auch nicht so groß wie erhofft. Bernreiters Bewerbung kam vielen zu kurzfristig, eine Kampfabstimmung galt als völlig offen.

Der Sitzung waren zahlreiche Gespräche vorausgegangen. Eine einvernehmliche Lösung vermochten die Beteiligten nicht herbeizuführen. Ein Treffen am Samstagabend in kleiner Runde hatte Scheuer kurzfristig platzen lassen. Nach Bernreiters Rückzug überlegten Sibler und Pannermayr kurz, ob sie ihren Hut doch in den Ring werfen, entschieden sich aber dagegen. Damit war Scheuer, 41, der einzige Kandidat. Der Bundestagsabgeordnete aus Passau ist seit Ende 2013 Generalsekretär der CSU. Der noch amtierende Bezirkschef Weber sagte im Anschluss, er werde Scheuer den Delegierten als seinen Nachfolger vorschlagen. Die CSU in Niederbayern stehe "für große Geschlossenheit, um die Interessen unserer Heimat weiter kraftvoll zu vertreten".

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