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Kabinett - München:Söder stellt Lockerungen an Schulen und Kitas in Aussicht

Bayern
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor der Kabinettssitzung im Videoraum der Staatskanzlei. Foto: Sven Hoppe/dpa-pool/dpa (Foto: dpa)

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München (dpa) - Trotz weiter sinkender Infektionszahlen in Bayern hat Ministerpräsident Markus Söder vor voreiligen Corona-Lockerungen gewarnt - zugleich aber Öffnungen für Schulen und Kitas ab Mitte Februar in Aussicht gestellt. "Fakt ist, wenn keine höheren Einträge kommen, die Zahlen sinken, wenn es kein Durchlaufen von Mutationen gibt, dann gibt es auch eine Aufhellung im Februar", sagte der CSU-Chef am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

Für die Staatsregierung hätten in dem Fall Schulen und Kitas Priorität, "weil es für die Schüler ganz wichtig ist, doch wieder einen geregelten und vernünftigen Unterrichtsmodus auf den Weg zu bringen", sagte Söder. Er kündigte daher für Anfang Februar einen Schulgipfel mit Eltern, Lehrern, Schülern und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) an. Hier solle über die weiteren Schritte ab Mitte Februar gesprochen werden. Dazu gehöre übrigens nicht nur die Frage, welcher Unterricht wo und in welcher Form stattfinde, sondern auch eine Debatte um ein Testkonzept für Lehrer und Schüler.

Insgesamt sei die Tendenz bei den Zahlen positiv, sagte Söder. Unter Verweis auf das mutierte Virus warnte der CSU-Chef aber, "toxisch" wäre eine Verbreitung der Mutation parallel zu einer überstürzten Lockerung. "Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, es ist noch nicht vorbei", betonte Söder. "Es ist nicht die Zeit für Lockerungen."

Bayern sei aber auf einem guten Weg, sagte der 54-Jährige. "Die Zahlen gehen Stück für Stück zurück." Zuletzt habe es 801 Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Bayern gegeben - halb so viele wie vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche je 100 000 Einwohner, sei landesweit von 217 auf 104 gesunken. Die Strategie sei also komplett richtig, die Maßnahmen wirkten, sagte Söder. "Wir sind mitten in einer ganz erfolgreichen Therapie."

Zugleich zeigten die Zahlen aber auch, dass Bayern noch viel zu weit von der Inzidenz-Marke 50 entfernt sei. Dieser Wert gilt deutschlandweit als Zielmarke. Diese sei nicht willkürlich gewählt, da darüber keine Nachverfolgung der Infektionsketten möglich sei.

Söder warnte deshalb vor einer Debatte über vorschnelle Lockerungen. Auch in anderen Ländern zeige sich, dass gerade die "letzten Meter" im Kampf gegen hohe Infektionszahlen schwierig und anstrengend seien. Es gelte daher der Rat, "das Wasser zu halten, anstatt den Mund wässrig zu machen". Jeder wolle Öffnungen, jeder wolle Erleichterungen, jeder wolle gerne Normalität - aber an erster Stelle stehe eben die Verantwortung, mahnte Söder. Zudem wolle niemand einen "Jo-Jo-Effekt". Ein schnelles Hin und Her habe fatale Folgen für die Akzeptanz der Bevölkerung und für die Wirtschaft.

© dpa-infocom, dpa:210126-99-175287/3

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