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Jahresrückblick 2012:Was Bayern bewegt hat

Politiker entdecken soziale Netzwerke und blamieren sich, der Fall Mollath bringt die Justiz in Erklärungsnot und Bayern diskutiert, ob wirklich nur noch Autofahrer an der Tankstelle Alkohol bekommen: Was im Freistaat 2012 los war.

20 Bilder

Gemälde von Albrecht Dürer in der Alten Pinakothek in München, 2012

Quelle: Alessandra Schellnegger

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Politiker entdecken soziale Netzwerke - und blamieren sich, der Fall Mollath bringt die Justiz in Erklärungsnot und Bayern diskutiert, ob wirklich nur noch Autofahrer an der Tankstelle Alkohol bekommen: Was im Freistaat 2012 los war.

Januar: Streit um Dürer

Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg gibt es 2012 eine spektakuläre Ausstellung über Albrecht Dürer. Denn: Es ist Dürer-Jahr und Nürnberg ist Dürer-Stadt samt Dürer-Playmobil-Männchen und Dürer-Tee. 200 Originale des Künstlers sind im Nationalmuseum zu sehen - darunter Leihgaben aus vielen großen Häusern. Das "Selbstbildnis im Pelzrock" ist allerdings eine Kopie. Um das Gemälde, eines der Hauptwerke der Alten Pinakothek, entbrennt im Januar ein heftiger Streit zwischen München und Nürnberg, weil die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen aus konservatorischen Gründen den Transport untersagt haben. Am Ende bleibt das Bild in München - und die Dürer-Schau in Nürnberg wird trotzdem ein großer Erfolg.

Ude fährt mit Aiwanger U-Bahn

Quelle: dpa

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März: Aiwanger, Ude und die U-Bahn

Zunächst sieht es so aus, als würden sich die potenziellen Koalitionspartner bestens verstehen: Spitzenkandidat Christian Ude (SPD) besucht Parteichef Hubert Aiwanger (Freie Wähler) auf seinem Bauernhof, Aiwanger Ude in Schwabing. Die beiden fahren zusammen U-Bahn und die Umfragewerte für die Opposition in Bayern steigen. Doch Aiwanger reicht das nicht - er will 2012 so richtig durchstarten. Ein Thema für Land- wie Bundestagswahlkampf hat er auch schnell gefunden: Den Kampf gegen den Eurorettungsschirm. Ein Thema, das allerdings auch der NPD gefällt. Und so marschieren bald ein paar Rechte regelmäßig bei den Anti-ESM-Demonstrationen der FW mit. Das wiederum kommt bei der SPD - wie auch bei den Grünen - gar nicht gut an. Und bald sehen auch die Umfragen nicht mehr so gut aus.

SpVgg Greuther Fuerth v 1. FC Nuernberg - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

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April: SpVgg Greuther Fürth steigt auf

Fürth im Freudentaumel: Das Team von Trainer Mike Büskens steigt in die 1. Bundesliga auf. Am 29. April 2012 feiert die SpVgg Greuther Fürth das mit etwa 25.000 Fans. Bereits im Dezember 2012, in der Winterpause der Bundesliga, gibt es für die Fürther leider nicht mehr so viele Gründe zu feiern. Die SpVgg Greuther Fürth steht auf dem 18. und damit letzten Platz in der Tabelle.

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Quelle: Robert Haas

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Mai: Gerhard Polt wird 70

"Der Asiate hat die Freiheit nicht erfunden, aber er ist liberal. Im Gegensatz zu uns Deutschen. Denn wo kann denn hier ein Kind, wenn es will, noch zwölf Stunden arbeiten." Bei manchen Sprüchen bleibt einem das Lachen im Hals stecken, und dennoch: Niemand grantelt in Bayern so schön, niemand charaktisiert kleinbürgerliche Abgründe so gut wie Gerhard Polt. Am 7. Mai 2012 wird der Kabarettist, der in Neuhaus am Schliersee wohnt, 70 Jahre alt. Aufgewachsen ist Polt im Wallfahrtsort Altötting, genauer gesagt in einer Metzgerei, über die er heute noch spöttelt: "Im Gegensatz zu Brutstätten trostloser Fadheit wie Kindergärten ist eine Metzgerei ein Eventparadies." Mit einer Ausstellung im Münchner Literaturhaus wird der Jubilar angemessen gewürdigt. Zu seinem runden Geburtstag schweigt Polt jedoch weitgehend. "Das ist die Einsicht, dass ich selber persönlich ziemlich uninteressant bin", erklärt er.

Horst Seehofer Throws Facebook-Fan Party

Quelle: Nadine Rupp/Getty Images

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Mai: Facebook-Party und Twitter-Witze

In Bayern dauert ja alles etwas länger. Doch 2012 entdecken auch die konservativen Politiker im Freistaat endlich die sozialen Netzwerke für sich. Die CSU feiert im P1 eine Facebook-Party - inklusive Freigetränk und einem unkalkulierbaren Risiko. Wird die Netzgemeinde den Klub stürmen? Am Ende wird es ein eher müder Party-Abend mit nur einigen Hundert Gästen. Bereits im Januar hat sich Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger auf Twitter versucht. Doch plötzlich tauchen auf seinem Account Blondinenwitze auf. Im Netz bleibt das nicht lange geheim - doch statt über die Witze lacht man nun über den Freie-Wähler-Chef. Am Ende schaltete Aiwanger seinen Twitter-Account ab. Bald ist trotzdem wieder ein Aiwanger da. Nur ist es diesmal eben nicht der echte.

Innenminister Herrmann kippt mit 40-Tonnen-Bagger um

Quelle: dapd

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Mai: Innenminister kippt mit Bagger um

Es ist ein Moment, der den Personenschützern samt zahlreich anwesender Lokalprominenz den Atem stocken lässt: Als Innenminister Joachim Herrmann Mitte Mai elegant einen Baggerarm schwenken lassen will, um im Allgäu den Bau einer Straße zu feiern, kippt das 40 Tonnen schwere Arbeitsgerät einfach um. Leicht verletzt wird der Politiker aus dem zertrümmerten Führerhaus geholt - wegen seines verstauchten Knöchels bekommt er einen sogenannten Mondschuh. Nach dem Unfall entdeckt der CSU-Mann plötzlich seine Liebe zum herkömmlichen Gartengerät. Er habe symbolisch mit der Schaufel weichen Waldboden ausgehoben - "wie man das halt so macht", gibt er später zu Protokoll.

Schuss an Schule in Memmingen - Schütze gefaßt

Quelle: Tobias Kleinschmidt, dpa

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Mai: Amok-Alarm in Memmingen

Im Januar 2013 wird sich ein Achtklässler vor Gericht verantworten müssen. Der Vorwurf: zwölffacher versuchter Totschlag. Der 15-Jährige hat im Mai mit Pistolen seines Vaters an der Lindenschule, einer Grund- und Mittelschule in Memmingen, Amokalarm ausgelöst. Er schießt zuerst im Eingangsbereich der Mensa. Die etwa 280 Schüler verschanzen sich mit ihren Lehrern in den Klassenzimmern, der Junge flieht zu einem Sportplatz. Dort ballert er wild um sich, mehr als 20 Schüsse soll er abgegeben haben, verletzt aber niemanden. Erst nach mehrstündigen Verhandlungen können Spezialkräfte den Jugendlichen zur Aufgabe bewegen und festnehmen. Bei einer Verurteilung drohen ihm nun bis zu zehn Jahre Jugendstrafe.

Weitere Asylbewerber treten in Hungerstreik

Quelle: dpa

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Juni: Asylbewerber im Streik

Die Lippen sind zugenäht, trinken können die beiden Männer nur noch mit einem Strohhalm: Zwei Iraner kämpfen in Würzburg für ihre Anerkennung als politische Flüchtlinge und gegen die Asylbedingungen in Bayern. Es bleibt nicht der einzige Protest von Flüchtlingen in Würzburg in diesem Jahr: Bereits im März treten neun Asylbewerber in den Hungerstreik, im Herbst machen sich 20 Flüchtlinge auf den Weg nach Berlin. 28 Tage lang laufen sie quer durch Deutschland, um für bessere Lebensbedingungen zu protestieren. Wie unwürdig die sind, erfährt man beispielsweise im Erstaufnahmelager in Zirndorf. Das meldet völlige Überfüllung, die Flüchtlinge sollen deshalb in Zelten, Gebetsräumen und sogar Garagen übernachten.

Seehofer zu nächtlichem Tankstellen-Verkauf

Quelle: dpa

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Juni: Die Tankstellen und der Alkohol

Einen derart absurden Streit hat Bayern schon lange nicht mehr miterleben dürfen: Aufgrund einer Regelung des Sozialministeriums sollen ab Juni 2012 nur noch Reisende nach 20 Uhr an Tankstellen einkaufen dürfen. Das bedeutet: Auto- oder Motorradfahrer bekommen nach 20 Uhr Bier und Wein, Fußgänger und Fahrradfahrer nicht mal eine Cola. Kunden und Tankstellenpächter sind außer sich. Verzweifelt sucht man nach einer Lösung. Dann erklären sich die Tankstellenbetreiber nach einem Treffen mit Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) bereit, nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr zu verkaufen - an niemanden. Doch die Mineralölbetriebe wollten sich der Selbstverpflichtung nicht anschließen. Auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) betont, dass er selbst gerne nachts an Tankstellen einkauft. Das Ende der Geschichte: An bayerischen Tankstellen darf auch künftig nachts Alkohol verkauft werden. Zumindest bis auf Weiteres.

Krokodil vom Klausensee entpuppt sich als kleine Echse

Quelle: dapd

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Juli: Krokodil-Alarm im Badesee

Das Rätsel um "Klausi" hält Bayern Anfang Juli mehr als eine Woche lang in Atem. Polizisten suchen Tag und Nacht im und um den Klausensee bei Schwandorf nach dem Phantom-Krokodil. Zwei Zeugen hatten angegeben, ein etwa ein Meter langes Tier mit langem Schwanz und Krallen gesehen zu haben. Da die Behörden die Angaben ernst nehmen, wird ein Badeverbot verhängt. Mehrere Suchaktionen bleiben erfolglos. Auch eine Überwachung des Ufers mit vier Wildkameras ergibt keine Spur von einem Krokodil. Schließlich findet ein Motorradfahrer den Unruhestifter, fängt ihn ein und liefert ihn bei der Polizei ab. Ergebnis: Bei Klausi handelt es sich um eine ungefährliche Echse.

Ilse Aigner in München, 2011

Quelle: Catherina Hess

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September: Seehofer präsentiert neue Wunderwaffe

Vor Weihnachten räumt CSU-Chef Horst Seehofer noch mal bei der CSU auf - und erklärt den überraschten Journalisten, was er wirklich von seinen Parteikollegen hält: der frühere Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg? Ein "Glühwürmchen". Landesgruppen-Chefin Gerda Hasselfeldt? Zu brav. Und Finanzminister Markus Söder gar "von Ehrgeiz zerfressen". Seinen neuen Liebling hat Seehofer bereits im September präsentiert: Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Sie wechselt im kommenden Jahr in die bayerische Landespolitik. Und nachdem Seehofer nun den ewigen Kronprinzen Söder endgültig demontiert hat, dürfte auch klar sein, wer den Ministerpräsidenten irgendwann beerben soll.

Edmund Stoiber - Weil die Welt sich aendert

Quelle: dapd

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September: Stoiber und 320 Seiten geschönte Erinnerungen

"Die Freundschaften von einst sind durch die Ereignisse abgekühlt", schreibt Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) über seinen Sturz. Was als Provokation gedacht ist, nehmen Stoibers politische Ex-Freunde allerdings gelassen. Die Memoiren, die im September erscheinen, tragen den hellsichtigen Namen "Weil die Welt sich ändert". Die einen sagen, sie sind gut zu lesen und äußerst unterhaltsam. Andere beklagen, dass die Erinnerungen so große Lücken aufweisen, als hätten sich die Motten vor der Drucklegung durchs Manuskript gefressen. Auch als Stoiber im Münchner Literaturhaus sein Werk präsentiert, gibt er kaum etwas preis. Dabei - und das sagen Leute, die Stoiber und seine politische Vergangenheit gut kennen - gäbe es noch einige interessante Anekdoten über sein Leben zu erzählen.

Rueckblick: Oktober

Quelle: dapd

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Oktober: Wirbel um CSU-Anruf beim ZDF

Bei den Pressekonferenzen mit seinem Chef Horst Seehofer hat Hans Michael Strepp gerne ein Notizbuch mit der Aufschrift: "Das können Sie alles senden" dabei. Es ist der Renner im CSU-Shop, seitdem Seehofer im Sommer in einem ZDF-Interview seinem Frust über den damaligen Umweltminister Norbert Röttgen freien Lauf gelassen hat. Im Oktober 2012 passiert das Gegenteil: CSU-Sprecher Strepp ruft bei der "heute"-Redaktion des ZDF an und versucht dem Sender zufolge vergeblich, einen Bericht über den Landesparteitag der bayerischen SPD zu verhindern. Die Affäre kostet ihn schließlich sein Amt, Strepp darf aber Planungschef bleiben. Unklar ist bis heute, ob er selbst diese Idee hatte oder ob ihm jemand aus der CSU - viele halten das für wahrscheinlicher - den Auftrag zu diesem Anruf gegeben hat.

Guru von Lonnerstadt; Leben in der Sekte;

Quelle: WDR

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Oktober: Der Guru aus Franken

Der etwas fülligere Mann mit Rauschebart links am Tisch ist der Anführer der Sekte "Neue Gruppe der Weltdiener", "Guru von Lonnerstadt" wird er genannt. Ein Fernsehfilm des WDR über den Mann und eine Familie, die ihm hörig ist, sorgt Ende Oktober für Aufregung in Franken. Der Film berichtet nämlich, dass es im Haus der fünfköpfigen Familie weder Dusche noch Wanne und nur spärlich zu essen gebe. Arztbesuche seien nicht erwünscht. Ein Guru diktiere der Familie mit den drei Kindern den Alltag - und die folgten ihm kompromisslos. Doch trotz der öffentlichen Erregung schreiten die Behörden letztlich nicht ein. Der Landrat von Erlangen-Höchstadt, Eberhard Irlinger (SPD), verteidigt sogar die alternative Lebensform der Sekte. Das Wohl der drei Kinder sei nicht gefährdet.

Donaubereisung von Ministerpraesident Seehofer

Quelle: dapd

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Oktober: CSU stellt sich gegen Donauausbau

Ist es wirklich zu eng, wenn sich zwei Transportschiffe auf der Donau begegnen? Um diese Frage endgültig zu klären, unternimmt Horst Seehofer noch im kalten Dezember einen Schiffsausflug. Einen Tag lässt er sich entlang der Donau über Vor- und Nachteile des Ausbaus informieren. Doch im Grunde steht längst fest: Der seit Jahrzehnten von der CSU geforderte Ausbau zur Wasserstraße wird wohl nicht mehr kommen. Bereits im Oktober plädiert der bayerische Umweltminister Marcel Huber als Erster für die sanfte Ausbauvariante ohne teure Staustufe. Und auch Seehofer betont plötzlich, wie wichtig den Bayern eine intakte Landschaft sei. 

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Quelle: Polizei

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November: Millionär, verzweifelt gesucht

Kann es tatsächlich möglich sein, einen vermögenden, wahrscheinlich verwirrten Mann so mir nichts, dir nichts von der Bildfläche verschwinden zu lassen? Nicht in irgendeiner Bananenrepublik, sondern hier in Deutschland? Offenbar ja, es kann. Die Deggendorfer bewegt 2012 ein äußerst seltsamer Fall: Der 86-jährige, vermutlich demente Georg Luxi ist offenbar spurlos verschwunden. Seine beiden Töchter suchen seit zwei Jahren nach ihm - ohne Erfolg. Am 4. November macht die SZ den Fall publik, nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Deggendorf, die das Verfahren vorübergehend eingestellt hatte, wieder. Und zwar gegen den Sohn von Luxis Lebensgefährtin. Er uns seine Mutter sollen den Millionär seit Monaten mit unbekanntem Aufenthaltsort unter Verschluss halten.

SPD-Landrat Michael Adam

Quelle: dpa

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November: Eine Nachwuchshoffnung tritt nach

Er gilt als die Nachwuchshoffnung bei den Genossen: Ein SPD-Politiker, jung, evangelisch, schwul, mischt die CSU im tiefschwarzen Niederbayern auf. Wird erst Bürgermeister von Bodenmais und schließlich Landrat von Regen. Im November sorgt ausgerechnet dieser Adam, inzwischen 27 Jahre alt, für einen Eklat bei der Bayern-SPD. "Christian Ude tut mir leid! Mit diesem Ballast gewinnt er die Wahl nie!", schreibt er auf Facebook - und meint damit Landeschef Florian Pronold. "Noch heute habe ich Gänsehaut am ganzen Körper, wenn er mich anruft", heißt es dort auch. Der Streit endet mit einem Treffen unter vier Augen - samt schriftlichem Fazit. Aber das Sechs-Punkte-Papier ist nur eine Art Waffenstillstand. Man darf also gespannt sein, wie es bei der Bayern-SPD im Wahljahr 2013 weitergeht.

Plaedoyers im Prozess gegen frueheren Rosenheimer Polizeichef erwartet

Quelle: dapd

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November: Polizeigewalt vor Gericht

Gleich zwei Mal stehen Beamte der Rosenheimer Polizei 2012 im Fokus der Öffentlichkeit. Im November wird der inzwischen suspendierte Polizeichef vom Landgericht Traunstein zu einer elfmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Er hat den Kopf eines gefesselten Schülers auf der Wache gegen die Wand geschlagen, den 15-Jährigen getreten und geohrfeigt (Foto). Dank des milden Urteils behält der prügelnde Polizeichef seinen Beamtenstatus, dennoch hat er inzwischen Revision eingelegt. Auch vor dem Amtsgericht Rosenheim geht es um einen umstrittenen Polizeieinsatz, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden. Angeklagt sind dort allerdings nicht die Beamten, sondern eine Familie. Im Mai wird der Prozess eingestellt, die wichtigste Frage bleibt offen: Hat die Familie aus Schechen wirklich die Polizei angegriffen oder hat sie sich nicht doch nur gegen aggressive Beamte verteidigt?

Der Fall Mollath

Quelle: Report Mainz/dapd

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November: Fall Mollath soll neu aufgerollt werden

Kein anderes Thema hat die Süddeutsche.de-Leser 2012 so erregt wie der Fall Gustl Mollath: Seit fast sieben Jahren sitzt der Nürnberger in der Psychiatrie. Am 13. November 2012 berichten "Report Mainz" und die SZ erstmals über einen Revisionsbericht der Hypo-Vereinsbank aus dem Jahr 2003. Dieser bestätigt viele von Mollaths Hinweisen auf Schwarzgeldgeschäfte bei der Bank - und wurde trotzdem jahrelang unter Verschluss gehalten. In der Folge kommen auch viele fragwürdige Details des Verfahrens gegen Mollath ans Tageslicht, der Druck auf die bayerische Justiz wächst. Am 30. November 2012 verkündet Justizministerin Beate Merk schließlich: Der Fall soll neu aufgerollt werden.

Trierer  Rudolf  Voderholzer wird Regensburger Bischof

Quelle: dapd

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Dezember: Ein neuer Bischof für Regensburg

Der Trierer Theologieprofessor Rudolf Voderholzer (Foto) ist neuer Bischof von Regensburg. Der 53-jährige gebürtige Münchner wird am 5. Dezember 2012 von Papst Benedikt XVI. zum Nachfolger von Gerhard Ludwig Müller ernannt, der wenige Monate zuvor zum obersten Glaubenshüter in den Vatikan berufen worden ist. In Passau legt Bischof Wilhelm Schraml bereits am 1. Oktober 2012 sein Amt nieder. Der Bischofsstuhl von Passau ist, bis ein neuer Bischof offiziell antritt, vakant. So schnell kann Schraml jedoch seinen Ruhestand nicht genießen. Benedikt XVI. ernennt ihn zum "Apostolischen Administrator" - er leitet damit die Diözese Passau bis sein Nachfolger kommt.

© Süddeutsche.de/woja

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