Seltsame Tweets von Aiwanger Witz komm raus, du bist getwittert

Bleibt eine Blondine mit ihrem Auto im Schnee stecken: Unter seinem Account @AiwangerHubert twittert der Freie-Wähler-Chef plötzlich seltsame Witze - und heimst damit Spott im Netz ein. Wirklich witzig ist allerdings erst seine Entschuldigung.

Man kann Blondinenwitze lustig finden oder einfach nur doof. Bei den Freien Wählern tendieren manche offenbar zu Ersterem. Zumindest drängt sich dieser Eindruck auf, wenn man deren Aktivitäten im Netz verfolgt.

Sorgt mit seinen Tweets für Belustigung: Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger.

(Foto: dapd)

"Eine Blondine bleibt mit ihrem Auto im Schnee stecken. Nach einiger Zeit kommt ein Schneeräumer, sie fährt ihm nach. Nach circa 45 Minuten bleibt der Fahrer stehen und fragt die Blondine, warum sie ihn verfolgt. Darauf meint sie, dass ihr Vater ihr beigebracht hat, wenn sie mit dem Auto nicht weiterkommt, immer einer Schneeraupe nachzufahren. Sagt der Fahrer: 'Tja gute Frau, mit dem Aldi-Parkplatz bin ich jetzt fertig, jetzt können Sie mir zur Rewe folgen.'"

Diesen und andere Witze hat eine Mitarbeiterin der Freien Wähler auf ihrer Facebookseite gepostet - und damit offenbar auch den Geschmack von Parteichef Hubert Aiwanger getroffen. Zumindest erweckt sein Twitteraccount diesen Eindruck: Dort tauchte der Link zu dem Blondinenwitz am Montag plötzlich auf.

Unter @AiwangerHubert macht der Politiker, bekannt für seine markigen Sprüche, seit einigen Monaten Werbung für seine Partei. Die könnte laut aktueller Umfragen mit einer Koalitionsentscheidung für Rot-Grün nach der bayerischen Landtagswahl 2013 sogar das Ende des CSU-Ministerpräsidenten besiegeln. "Maßnahmen zum Ersatz ausscheidender Lehrkräfte nach neuem Dienstrecht völlig unzureichend. FW werfen Minister Spaenle Realitätsverlust vor", heißt es deshalb etwa selbstbewusst auf Aiwangers Account. Am Montag allerdings bekamen seine Follower richtig schlechte Kalauer zu lesen: Scherze über Blondinen, aber auch der Marke "Fritzchen trifft den neuen Pfarrer".

"Aiwanger soll das sein lassen und sich entschuldigen"

Im Netz bleibt kaum etwas lange geheim - und so dauerte es nicht lange, bis sich andere Nutzer einschalteten: Fragte jemand zunächst noch verwundert: "Der @aiwangerhubert mit seinen Blondinenwitzen ist ein Fake-Account, oder???" wurde bald klar: Dieser gehört wirklich dem Freie-Wähler-Vorsitzenden.

@DJanecek, der bayerische Grünen-Chef Dieter Janecek, erklärte daraufhin belustigt: "Hoffe, dass die (Witze) nicht seinem Frauen- und Geschlechterbild entsprechen." Renate Dodell, die Vizechefin der CSU-Fraktion im Landtag fand Aiwangers Witze dagegen gar nicht witzig und schrieb: "Aiwanger soll das sein lassen und sich entschuldigen!"

Am Nachmittag ließ Aiwanger die Witze löschen. Eine Entschuldigung folgte prompt: Sie hätten sich durch die technische Fehlleistung eines Mitarbeiters auf dem Account breitgemacht, erklärte er der SZ. Der Stress durch Twitter und Facebook nehme immer mehr zu. "Wenn das so weitergeht, schalte ich den Mist ab."

Bei der Jungen Union Bayern freut man sich nun bereits auf "den Steinzeitwahlkampf von @AiwangerHubert".