Gesundheit:Wo es zu Engpässen in der Versorgung kommt

Fakt ist: In Bayern müssen zwar weniger Kinder und Jugendliche wegen psychischer Störungen stationär behandelt werden, aber auch hier hat die Unterbringung in Fachabteilungen von Krankenhäusern oder in Einrichtungen der Jugendpsychiatrie "kontinuierlich zugenommen".

Im Jahr 2014 - der Großteil der ausgewerteten Daten stammt aus diesem Jahr - gab es demnach 6190 Krankenhausfälle infolge psychischer Störungen bei bayerischen Kindern unter 15 Jahren und weitere 13 596 Fälle bei Jugendlichen der Altersgruppe 15 bis unter 20 Jahre.

Dass diese Zahlen steigen, lässt nach Auffassung der Gesundheitsministerin auch positive Schlüsse zu: "Das liegt zum Teil sicher daran, dass die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für dieses Thema deutlich gestiegen ist und auch die Behandlungsangebote ausgeweitet werden konnten", sagte sie.

Bei der Versorgung der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Problemen gibt es indes deutliche regionale Unterschiede. So etwa praktizieren in Niederbayern nicht einmal halb so viele Kinder- und Jugendpsychotherapeuten wie in Oberbayern. Besonders prekär ist die Versorgung der Betroffenen in der nördlichen Oberpfalz mit einem Versorgungsgrad von gerade einmal 42,2 Prozent. Im Vergleich dazu kommt der Großraum München auf 101,3 Prozent, der Raum Landshut auf 162,7 Prozent und die unterfränkische Region Würzburg gar auf 402,6 Prozent.

Verbesserungswürdig ist die Situation rund um Ingolstadt (60,6 Prozent) und in den Regionen Donau-Wald (56,9 Prozent) und Oberfranken-Ost (61,6 Prozent). Landesweit gilt überdies, dass ein Stadt-Land-Gefälle dafür sorgt, dass es in der ambulanten Psychotherapie "zu mehrmonatigen Wartezeiten auf ein Erstgespräch beziehungsweise eine Therapie" kommen kann.

Eine erfreuliche Entwicklung zeigt sich beim Tabakkonsum: Der Anteil der jugendlichen Raucher im Alter von zwölf bis 17 Jahren hat 2015 den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebungen Ende der Siebziger erreicht. Zudem: "Die Zahl der Krankenhauseinweisungen infolge von Alkoholvergiftungen sind bei den Jugendlichen seit 2012 rückläufig", sagt Huml. Für eine Entwarnung ist es aber zu früh: 2014 wurden gut 5000 Heranwachsende mit einer solchen Vergiftung in eine Klinik gebracht.

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