Fahrenschon-Nachfolge in Bayern Aigner will in Berlin bleiben

Sie galt als heiße Kandidatin fürs bayerische Kabinett: Es wurde spekuliert, dass Ilse Aigner als Finanzministerin nach Bayern zurückkommt - für den scheidenden Georg Fahrenschon. Doch die Bundesministerin dementiert.

Von Mike Szymanski

Bis Allerheiligen wollte Ministerpräsident Horst Seehofer eigentlich seine Personalprobleme im bayerischen Kabinett gelöst haben. Doch bislang gibt es viele Spekulationen - und noch keine endgültige Entscheidung. Nur eines scheint derzeit sicher. Ilse Aigner, die als eine der möglichen Nachfolgerinnen von Finanzminister Georg Fahrenschon gehandelt wird, hat offiziell dementiert. "Ich bin und bleibe Bundesministerin", sagte sie zur Süddeutschen Zeitung. "Mein Platz ist in Berlin".

Ilse Aigner hat dementiert: Sie will nach eigenen Angaben ihr Ministeramt in Berlin behalten und nicht als Fahrenschon-Nachfolgerin nach München ins Kabinett Seehofer wechseln.

(Foto: SEYBOLDT4MEDIA)

Seit 2008 leitet sie das Verbraucherschutzministerium in Berlin, seit Sommer 2011 steht sie dem größten und einflussreichen CSU-Bezirk Oberbayern vor. Für Aigner hätte einiges gesprochen. Anders als Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer oder Umweltminister Markus Söder hat sie durchaus finanzpolitische Erfahrung: Von 2002 bis 2005 saß sie im Haushaltsausschuss des Bundestags. Die 46-Jährige gilt als durchsetzungsstark und ist in ihrer Partei beliebt.

Erst auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg hatte sie ihre Führungsqualitäten unter Beweis gestellt. Ihr gelang es, durch geschicktes Taktieren ihrem Berliner Kabinettskollegen Peter Ramsauer die Wiederwahl als CSU-Vize gegen dessen Herausforderer Peter Gauweiler zu sichern. Auch daran hatte zunächst keiner geglaubt.

Aigner will also nach eigenen Angaben nicht von Berlin nach München wechseln. Als weitere Favoriten wurden zuletzt Söder und Haderthauer diskutiert. Auch Innenminister Joachim Herrmann war im Gespräch, sowie die Europaabgeordnete Angelika Niebler. Als externe Kandidaten wurden nach SZ-Informationen auch schon der frühere Bundesbank-Vize Franz-Christoph Zeitler und Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, gehandelt.

Die Kabinettumbildung ist nötig, weil Georg Fahrenschon vergangenen Freitag angekündigt hatte, der Politik den Rücken kehren und deutscher Sparkassenpräsident werden zu wollen.

Seehofer schweigt. Von der Staatskanzlei hieß es aber am Dienstag, die in den Medien gehandelten Namen seien "reine Spekulation". Seehofer selbst nannte diese Spekulationen "eher erheiternd als Ärger auslösend". Die Mutmaßungen gehen also weiter - zumindest bis zum morgigen Donnerstag. Da hat Seehofer zu einer Pressekonferenz geladen.