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Ehemalige Kasernen:Warum die Kommunen Unterstützung fordern

Denn in den Conn Barracks sind bereits etwa 200 Asylbewerber untergebraucht, und erst im Juli war in der ehemaligen US-Ledward-Kaserne eine Erstaufnahmeeinrichtung eröffnet worden. Es war die vierte im Freistaat nach München, Zirndorf und Deggendorf.

Dort sind zurzeit etwa 770 Menschen untergebracht, ausgelegt ist die Einrichtung für 540 Personen. Sie soll aber für etwa 800 erweitert werden.

Im bayerischen Sozialministerium in München gibt man sich noch bedeckt zu den Plänen für neue große Unterkünfte, auch wenn bekannt war, dass der Bund seine Liegenschaften durchforstet. "Es war eine ureigenste Forderung der Länder, dass der Bund doch seine Bestandsimmobilien prüfen soll", sagt ein Ministeriumssprecher.

Die Kasernen gehen nach dem Auszug der Militärs in den Besitz der Bima über, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die sie später meist an die Kommunen oder an Investoren verkauft.

Zweites Abschiebezentrum für Balkanflüchtlinge

Im Rathaus im oberfränkischen Bamberg ist noch keine Nachricht des Bundesinnenministeriums oder der Bima eingegangen, gehört hat man aber, dass offenbar noch mehr Flüchtlinge kommen sollen. Auf dem Gelände, das die US-Army vor einem Jahr geräumt hat, ist Platz, das Rathaus will dort einen neuen Stadtteil schaffen.

Am Wochenende soll sich das THW dort umgesehen haben - ohne Wissen der Stadtverwaltung. Ein Teil der Kasernen ist bereits für Flüchtlinge hergerichtet, dort wird an diesem Mittwoch offiziell das zweite Balkanzentrum eröffnet, in dem nur Asylbewerber untergebracht werden, die kaum eine Chance auf Anerkennung haben und schnell wieder zurück in ihre Heimatländer geschickt werden sollen. Insgesamt etwa 1500 Menschen.

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Herbert Eckstein schließlich, der SPD-Landrat von Roth, kann nur noch schimpfen über die mangelnde Kommunikation "von oben". Auch ihn hat niemand informiert, aber ihm ist erzählt worden, dass sich am Wochenende ein paar Leute die Kaserne angeschaut hätten.

In der Otto-Lilienthal-Kaserne sind derzeit etwa 1000 Asylbewerber untergebracht. Vor einem Jahr sind die ersten Flüchtlinge eingezogen, als das Erstaufnahmelager in Zirndorf wieder einmal völlig überfüllt war und die Menschen in Zelten schlafen mussten.

Eckstein hatte damals gedroht, die leer stehenden Gebäude beschlagnahmen zu lassen, wenn der Bund sie nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen bereitstelle. Das hat ihm nicht nur Zustimmung eingebracht. Jetzt läuft es ganz gut, sagt er, aber Platz für 5000 Menschen sei ganz bestimmt nicht.

Zumal die Bundeswehr das Gelände noch nutzt. Ein paar Notschlafplätze in den Tigerhallen, die seit dem Abzug der Hubschrauber leer stehen, das schon. Mehr aber nicht.