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Brennernordzulauf:Der Güterverkehr muss trotz aller Proteste auf die Schiene

Demonstration gegen Bahntrasse im Inntal

In Rosenheim protestierten die Menschen gegen neue Bahngleise Richtung Brennerbasistunnel.

(Foto: dpa)

Mit ihrem Lavieren beim Brennerbasistunnel hat die Politik den Widerstand gegen die notwendigen Bahntrasse im Inntal erst angefacht.

Der Widerstand wächst, und er wird immer professioneller. So ist es ganz sicher kein Zufall, dass so viele Menschen rote Warnwesten trugen, als sie am Montag in Rosenheim gegen neue Bahngleise Richtung Brennerbasistunnel demonstriert haben. Sie haben damit an den eskalierenden Zorn der Gelbwesten in Frankreich erinnert, und auch die an Stuttgart 21 angelehnte Aufschrift "Inntal 21" auf vielen Transparenten sollte Bahn und Politik Übles erahnen lassen.

Die Region ist von vielerlei Verkehrswegen zerfurcht, die Bedenken dort sind nur zu verständlich. Aber es hilft alles nichts: Der Güterverkehr muss von der Straße auf die Schiene, und dazu braucht es die nötigen Gleise.

Diese Erkenntnis hat Verkehrsminister Andreas Scheuer auch am Montag so unklar ausgedrückt, wie es ihm nur irgend möglich war. Sein Vorgänger Dobrindt hatte zwei Jahre zuvor sogar einen Neustart der Bürgerbeteiligung zugesagt - wohlwissend, dass er nicht mehr Verkehrsminister sein würde, wenn die Menschen in der Region auf diese Zusage zurückkommen würden. Es hat diesen Neustart ohnehin nicht gegeben - und er hätte das Projekt, bei dem die selbst erklärte Ingenieursnation Deutschland wieder einmal jahre- bis jahrzehntelang ihren eigenen Zusagen und Ansprüchen hinterherhinkt, nur noch weiter verzögert. Es ist auch dieses unklare Lavieren, das den Zorn der Menschen befeuert.

Auch all die vielen Bürgerinitiativen teilen erklärtermaßen das Ziel, den Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. Damit die Lastwagen auf andere und im besten Fall deutlich kürzere Transitrouten als den bisher viel zu billigen Brenner zu zwingen, ist dieses Ziel aber nicht zu erreichen. Zu erreichen ist es nur mit gut ausgebauten und finanzierten Schienenwegen. Dazu gehört auch, dass neue Gleise ähnlich wie in Tirol so weit wie möglich im Boden verschwinden müssen.

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