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Wetter in Bayern:Sturmtief "Bianca": Schnee und Sturmböen behindern Bahnverkehr

Sturmtief Bianca

Aufgrund des Sturmtiefs Bianca wurde der Zugverkehr zwischen Holzkirchen und Rosenheim in der Nacht vorsorglich eingestellt.

(Foto: dpa)
  • Sturmtief Bianca ist in der Nacht über Bayern hinweggefegt.
  • Schneefall und Glätte sorgten vor allem auf Autobahnen und Straßen für viele Unfälle.
  • Der Sturm knickte Bäume um, die auf Oberleitungen und in Gleise fielen - daher ist vielerorts der Bahnverkehr beeinträchtigt.

Schneefall, Glätte und Sturmböen haben in weiten Teilen Bayerns Behinderungen im Bahnverkehr und zahlreiche Unfälle mit sich gebracht. Nach Angaben der Polizei gingen die meisten Unfälle jedoch glimpflich aus. Umgestürzte Bäume und Stromausfälle hielten die Einsatzkräfte auf Trab. Die Bahn arbeitete nach Aussage einer Sprecherin mit Hochdruck an einer Behebung der Probleme. Einige Streckenabschnitte könne man am Freitag jedoch erst bei Tageslicht endgültig freigeben. Vielerorts beruhigte sich die Lage ab Mitternacht.

Im Regionalverkehr der Bahn kam es zu massiven Einschränkungen und Streckensperrungen. Auf der Strecke Nürnberg - Regensburg war ein Baum ins Gleis gefallen. Deshalb war seit 5.30 Uhr zwischen Feucht und Ochenbruck kein Zugverkehr möglich, die Züge wurden an den Bahnhöfen zurückgehalten. Gegen 7 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben.

Die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Würzburg wurde in der Nacht wieder freigegeben. Es könne jedoch zu weiteren Verspätungen kommen, hieß es. Der Abschnitt zwischen Nürnberg und Treuchtlingen blieb zunächst gesperrt. Genauso die Strecke zwischen Rosenheim und Salzburg, wo bei Prien ein Baum auf die Stromleitung gestürzt war. Die rund 60 Fahrgäste einer Regionalbahn wurden evakuiert.

Auch im sogenannten Werdenfelsnetz stellte die Bahn den Betrieb ein. Es verkehren keine Züge zwischen München und Murnau, München und Kochel, Murnau und Oberammergau und Garmisch-Partenkirchen und Grießen. Zwischen Murnau und Starnberg ist Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die S6 der S-Bahn München verkehrt nur bis nach Starnberg.

In Würzburg wurde der innerstädtische Busverkehr wegen des Wetters aus Sicherheitsgründen für die Nacht eingestellt. Dort strandeten am Abend nach Angaben des Roten Kreuzes auch vier Fernzüge. Hilfsorganisationen versorgten die Reisenden.

Zwischen Nürnberg und Stuttgart hatte am Abend ein IC-Zug im mittelfränkischen Leutershausen auf freier Strecke anhalten müssen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Rund 200 Reisende mussten rund eine Stunde ausharren, bevor der Zug zu einem nahen Bahnhof fahren konnte. Grund war ein Baum, der ins Gleis gekracht war.

Wie die Bayerische Oberlandbahn unterwegs ist, lesen Sie hier. Wie die Regionalbahnen der Deutschen Bahn fahren, lesen Sie hier.

In Oberfranken waren besonders die Steigungen und Gefällstrecken entlang der A 9 und A 70 in den Landkreisen Bayreuth, Kulmbach und Bamberg von dem Winterwetter betroffen, wie die Polizei mitteilte. Vor allem südlich von Bayreuth auf der A 9 blieben immer wieder Lastwagen und Sattelzüge an den schneeglatten Steigungen des Sophienbergs, des Spänflecker Bergs, in der Bronner Senke und bei Hormersdorf hängen, stellten sich quer, rutschten weg und blockierten die Autobahn.

Auch auf der A 70 in Fahrtrichtung Bayreuth kam der Verkehr am Abend rund zwei Stunden auf der Würgauer Hangbrücke wegen mehrerer querstehender Lastwagen teilweise zum Erliegen. Bei insgesamt zwölf Unfällen in Oberfranken gab es keine Verletzten, sondern nur Blechschäden. Auch ein Abschnitt der A71 aus Thüringen in Richtung Schweinfurt wurde nach einem Unfall mit einem Lastwagen gesperrt.

In der Oberpfalz ließ der Sturm mehrere Bäume umkippen. Die Polizei zählt dort zudem rund 40 Verkehrsunfalle durch glatte Straße. Personen wurden dabei leicht verletzt. In Blaibach im Landkreis Cham hat ein Baum eine Stromleitung abgerissen, wodurch es zum Vollbrand eines Transformatorhauses kam. Rund 50 Haushalte sind deshalb noch ohne Strom.

Im gesamten Netzgebiet des Bayernwerks von Unterfranken bis Oberbayern führte der Sturm zu Stromausfällen. Gegen Mitternacht waren rund 40 000 Haushalte betroffen. Bis 3.00 Uhr morgens konnten die meisten Haushalte wieder versorgt werden.

© SZ.de/dpa/kast/vewo/mmo/amm
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