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Verkehrsstatistik:Ein Stau, der zweimal um die Erde reicht

Stau bei Hitze auf der Autobahn

Hauptursachen der Staus sind Unfälle und Baustellen - so wie hier im Juni 2019 auf der Autobahn A 9 bei Allersberg. Diese gehört zu den stauanfälligsten Autobahnen in Bayern.

(Foto: dpa)

Auf gut 73 000 Kilometern Länge haben sich im vergangenen Jahr in Bayern Autos gestaut. Das hat das Verkehrsministerium errechnet. Der ADAC kommt sogar auf fast das Vierfache davon.

Auf etwa 73 500 Kilometern haben Fahrer im vergangenen Jahr auf bayerischen Autobahnen im Stau gestanden. Sie mussten deshalb 15 300 Stunden warten, wie das bayerische Verkehrsministerium auf eine Anfrage der SPD errechnet hat. "Der bayerische Autobahnstau reicht zweimal um den Globus", kritisierte Landtags-Vizepräsident Markus Rinderspacher (SPD). Die bayerischen Autobahnen seien "chronisch überlastet". Die Staatsregierung habe es versäumt, den Verkehr auf die Schienen zu verlagern.

Besonders lange im Stau standen Auto- und Lastwagenfahrer laut den Zahlen des Ministeriums auf der Autobahn 3 mit 3477 Stunden. Auch die Staus auf den Autobahnen 8 und 9 kamen auf eine Dauer von mehr als 3000 Stunden. Hauptursache seien Unfälle und Baustellen, heißt es in der Anfrage. In den vergangenen beiden Jahren seien in Bayern etwa 550 Millionen Euro investiert worden, um Staus zu vermeiden.

Nach Berechnungen des ADAC waren die Staus in Bayern 2019 sogar noch deutlich länger: Demnach standen Fahrer 266 869 Kilometer im Stau. Dafür hätten sie 83 455 Stunden benötigt. "Weder unsere noch die Zahlen des Freistaates sind falsch, nur die Grundlage ist eine andere", erklärte ein Sprecher des Verkehrsclubs. Während der ADAC jede Verkehrsmeldung zu Staus oder stockenden Verkehr aufnimmt, bemisst das Ministerium Staus mithilfe von stationären Detektoren. Diese Detektoren sind an besonders befahrenen Straßen aufgestellt. Ein Stau nach einem Unfall auf einer weniger anfälligen Strecke fließt dementsprechend nicht in die Statistik ein.

Die Staubilanz diesen Jahres wird nach Prognosen des ADAC geringer ausfallen. Wegen der Corona-Krise sei die Anzahl der Staus im Vergleich zu Anfang März bereits um mehr als 75 Prozent zurückgegangen.

© SZ.de/dpa/kast
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