9x9: Neun Ziele für neun Euro:Entlang der Sinterterrassen zur Lillachquelle in der Fränkischen Schweiz

Lesezeit: 2 min

9x9: Neun Ziele für neun Euro: Die Lillach bahnt sich ihren Weg hinunter über die Sinterterassen.

Die Lillach bahnt sich ihren Weg hinunter über die Sinterterassen.

(Foto: Jasinta Then)

Schloss Neuschwanstein im Allgäu, Rothenburg ob der Tauber in Mittelfranken oder die Drei-Flüsse-Stadt Passau in Niederbayern: Allesamt sehenswerte Orte, aber touristisch überlaufen und keinesfalls Geheimtipps. Dank des Neun-Euro-Tickets lässt sich Bayern nun aber abseits des Rummels billig mit dem Öffentlichen Nahverkehr erkunden. In der Ausflugsserie "9x9" stellt die SZ Touren für Wanderfans, Kulturbegeisterte und Naturliebhaber vor. Teil 3: Entlang der Sinterterrassen zur Lillachquelle in der Fränkischen Schweiz.

Von Jasinta Then, Weißenohe

Die Fränkische Schweiz zählt zu den schönsten Gegenden Bayerns. Zwischen ihren Hügeln verstecken sich märchenhafte Burgen und Dörfer, die an die Landschaften von Modelleisenbahnen erinnern. Und tatsächlich schlängelt sich die Gräfenbergbahn vom Nürnberger Nordostbahnhof in 40 Minuten gemächlich nach Weißenohe. Die Strecke existiert seit 1908 und sollte im Jahr 1987 eigentlich stillgelegt werden. Nach lautstarken Protesten entschied sich die Bahn dann doch für eine Modernisierung - zum Glück für die vielen Ausflügler. Seit 2003 fährt die Gräfenbergbahn im Stundentakt.

Ausgangspunkt des Ausflugs ist Weißenohe, ein 1000-Einwohner-Dorf, das mit einem kleinen Naturwunder aufwarten kann: den Sinterterrassen der Lillach. An ihrem Ufer entlang führt eine malerisch schöne Wanderung bis zur Stelle, an der sie aus einer Felsöffnung entspringt. Die Sinterterrassen - sie stehen unter Naturschutz - sind empfindliche Ablagerungen im kalkhaltigen Wasser. Sie entstehen, wenn Äste, Steine und Zweige Barrieren im Flusslauf bilden. An den Hindernissen entwickeln sich Becken, die Sinterstufen, die das Wasser kaskadenartig aufstauen.

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(Foto: SZ-Karte; Mapcreator.io)

Die gut zweistündige Wanderung von sechseinhalb Kilometern Länge ist auch für Familien mit Kindern gut geeignet. Auf dem Weg vom Bahnhof zur Lillach kommt man am Bauernhof Hänfling vorbei, der neben selbst hergestelltem Käse, Schnaps, Fruchtaufstrich und Kartoffeln auch eine Milch-Tankstelle anbietet. Der markierte Wanderweg führt stets am Fluss mit seinen seltsamen Terrassen entlang bis zur Lichtung, auf der die Quelle entspringt. Nun kann man entweder den gleichen Weg zurückgehen, oder man folgt der Markierung mit einem gelben Kreis auf weißem Grund, die entlang eines Höhenzuges auf der anderen Seite des Flusses über Dorfhaus zurück nach Weißenohe führt.

Zum Einkehren nach der Wanderung bietet sich die Klosterbrauerei Weißenohe an, die seit 200 Jahren im Familienbesitz geführt wird. Neben der Brauerei mit Bierverkauf gibt es auch ein Wirtshaus samt Biergarten. Hier stehen fränkische Gerichte wie Schäufele, Bratwurst oder Röstkloß auf der Karte. Geöffnet hat die Gaststätte freitags und sonntags von 11 bis 20.30 Uhr und samstags von 10 bis 21.30 Uhr.

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