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Ausstellung:Nikolaus oder Weihnachtsmann - wer verdrängt hier wen?

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Der heilige Nikolaus trägt eigentlich eine Mitra - sein Kollege Santa Claus fällt eher durch den Rauschebart auf. Wen von beiden dieser Skifahrer in Verbier in der Schweiz verkörpert, ist also klar.

(Foto: AP)

Diese Frage sorgt jedes Jahr im Advent für lebhafte Diskussionen. Eine Ausstellung in Niederbayern schafft nun endlich Klarheit.

Der Konflikt zwischen Weihnachtsmann und Nikolaus ist das herausragende Reizthema des bayerischen Advents. Die Frage, wer hier wen verdrängt, wird mit großer Leidenschaft erörtert. Zu den Großlobbyisten des Nikolaus zählt das katholische Bonifatiuswerk, das soeben an der Passauer Grundschule Sankt Nikola die bundesweite Aktion "Weihnachtsmannfreie Zone" eröffnet hat. Diese soll helfen, den heiligen Nikolaus, den einstigen Bischof von Myra, deutlich vom Weihnachtsmann abzugrenzen, der laut Bonifatiuswerk lediglich eine am Konsum orientierte Kunstfigur darstellt.

Trotzdem hat die öffentliche Dominanz des Weihnachtsmanns dem Nikolaus in den vergangenen Jahren schwer zu schaffen gemacht. Die Historikerin Cornelia Oelwein sagt jedoch, die Verdrängung des Nikolaus durch den Weihnachtsmann sei schon im 19. Jahrhundert ein Thema gewesen. In Münchner Familien seien damals Nikolaus und Weihnachtsmann gemeinsam bemüht worden. Das Neue Münchner Tagblatt befürchtete schon anno 1900 die "Entchristlichung des Weihnachtsfests".

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Michael Ritter, Brauchtumsexperte beim Landesverein für Heimatpflege, sagt, der Weihnachtsmann habe durchaus seine Berechtigung und Tradition. "Allerdings verschwimmen die Grenzen zwischen Nikolaus, Weihnachtsmann und Christkind, der religiöse Hintergrund ist immer schwerer zu erkennen."

Die Aktion des Bonifatiuswerks wird heuer unterstützt vom Passauer Bischof Stefan Oster, von der Sängerin Maite Kelly und von Michael Hirte, Sieger bei der Castingshow "Das Supertalent". "Wir machen uns stark für den heiligen Nikolaus, der für Güte und Nächstenliebe steht und als Freund der Kinder und Glaubensbote eine wichtige Tradition in der Vorbereitung auf Weihnachten hat." So erklärt das Bonifatiuswerk die Zielsetzung der "Weihnachtsmannfreien Zone". Wenn Feste wie der Nikolaustag sinnentleert würden, seien sie irgendwann überflüssig. Der Weihnachtsmann, der "Hohoho!" brummt und eine Brausefirma als Werbeträger beglückt, sei nur ein müder Abklatsch dessen, was den echten Nikolaus ausmacht, sagen die Kritiker dieser Figur.

Und doch hat auch der Weihnachtsmann eine bemerkenswerte Vergangenheit, wie die aktuelle Adventsausstellung im Museum Dingolfing belegt. Der Maler Moritz von Schwind hat ihn 1847 in der Münchner Wochenzeitschrift Fliegende Blätter erstmals illustriert. Der US-Weihnachtsmann in Gestalt des Santa Claus taucht erstmals 1862 in der Zeitschrift Harper's Weekly auf. Gezeichnet hatte ihn der aus der Pfalz stammende Grafiker Thomas Nast. In Amerika tobte damals der Bürgerkrieg, und der Alte im Pelzrock sollte die Propaganda befeuern.

Im Jahre 1931 vereinnahmte der Coca-Cola-Konzern die Figur des Santa Claus und verpasste ihr das gängige Erscheinungsbild mit Rauschebart, rotem Gewand und Geschenkesack. In Dingolfing sind mehr als 200 verschiedene Arten von Weihnachtsmännern zu sehen, darunter seltene Zinnweihnachtsmänner, die vielleicht sogar eingefleischte Nikolaus-Fans mit der Konkurrenzfigur versöhnen könnten.

Weihnachtsmannausstellung, Museum Dingolfing, Herzogsburg, Obere Stadt 15, bis 8. Januar.

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