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Übernahmepläne durch Peugeot:Opel-Chef Neumann hat mit seinem Team das Image gedreht

Immerhin, keine Abwicklung. Aber harte Einschnitte. Die Amerikaner fordern die Werke von Opel und dem britischen Ableger Vauxhall zum Wettstreit heraus: Die besten dürfen überleben. Die Fabrik in Antwerpen schließt; bald auch das Werk in Bochum. In guten Zeiten schafften hier über 20 000 Menschen. Als dann im Januar 2014 die damals neue GM-Chefin Mary Barra zum Antrittsbesuch nach Rüsselsheim kommt, scheint alles wieder zu laufen. An einem Mittag stand sie in der Halle des Adam-Opel-Haupthauses, Arbeiter um sie herum, einige lehnten sich in den oberen Etagen über das Geländer, und Barra sagte: "Opel ist eindeutig ein lebenswichtiger Teil unseres Unternehmens." Ein Bekenntnis. Zumal die Rede davon war, dass man gemeinsam einen Plan erarbeitet habe, der bis ins Jahr 2022 reiche.

Jürgen Klopp am Steuer eines Opel

Fußballtrainer Jürgen Klopp ist seit einiger Zeit Opel-Markenbotschafter - und half kräftig beim Imagewandel mit.

(Foto: Adam Opel AG)

Auch Opel-Chef Karl-Thomas Neumann war damals neu. Der studierte Elektroingenieur brachte eine Marketingchefin mit, die vorher Shampoo-Werbung gemacht hatte, und beschloss mit ihr diesen Slogan: Umparken im Kopf. Denn als Kernproblem hatte Neumann das Image ausgemacht: "Es ist wirklich eine Schande, dass die Marke Opel heute den großartigen Produkten eher im Weg steht, als dass sie hilft. Und das müssen wir wieder drehen." Von Astra über Manta bis Senator - allein die Namen der Modelle klangen verstaubt. Das hat Neumann mit seinem Team tatsächlich gedreht. Ganz persönlich, mithilfe von Twitter-Nachrichten, die er gerne verschickt. Und mithilfe von Prominenten, etwa dem Fußballtrainer Jürgen Klopp, der ja auch eher sperrig ist im Auftreten.

"GM hat jetzt endgültig die Lust verloren"

Das Image ist das eine, aber die Zahlen sind das andere. Im Geschäftsjahr 2016 solle Opel das erste Mal seit dem Jahr 1999 wieder Gewinn machen, forderte GM-Chefin Barra. Doch stattdessen: 257 Millionen Euro Verlust. Und der Marktanteil ist weiter entfernt von früheren Rekorden: sieben Prozent. Neumann erklärte das mit den Folgen des Brexit: Das Pfund sei schwach und habe die Bilanz zerstört. Das sehen Kenner des Unternehmen anders. "GM hat jetzt endgültig die Lust verloren", sagt ein Insider. "Der Brexit mag auch ein Grund sein für die Entwicklung bei Opel, aber er dient jetzt auch als Ausrede. Die Lage bei Opel ist auch ohne Brexit nicht gut."

Würden nun PSA und Opel zusammengehen, dann würde es zu "riesigen Überschneidungen" kommen. Mit anderen Worten: Das Geschäft ergibt nur dann Sinn, wenn Fabriken geschlossen und Arbeitsplätze kassiert werden. Nach dem Bochumer Werk könnte es nun das Eisenacher Corsa-Werk treffen. Der Corsa könnte ins spanische Opel-Werk in Saragossa verlagert werden. Abermals also Streichungen - bei denen Opel in einer sehr schlechten Verhandlungslage wäre: PSA ist inzwischen ein politisches Unternehmen mit dem französischen Staat und einem chinesischem Autobauer an Bord. "Opel würde in einer solchen Konstellation am seidenen Faden hängen und könnte seine Interessen kaum durchsetzen", so der Insider.

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