Fahrt in die E-Zukunft: Tesla:Noch sind die Skeptiker nicht vollends überzeugt

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Wichtiger als die Finanzspritze aus Stuttgart war die öffentliche Anerkennung des Start-up-Unternehmens. Neben Daimler gründeten auch Toyota und Panasonic Entwicklungskooperationen mit Tesla.

Die starken Partner öffnen den Kaliforniern alle Türen zu ihrem Lieferantennetzwerk: Ingenieure der renommierten Zulieferer geben sich in Palo Alto mittlerweile die Türklinke in die Hand. Nur mit diesem Know-how ist auch die komplette Neuentwicklung einer Aluminiumkarosserie mit flachem Sandwichboden möglich.

Durch so viel Leichtbau soll sich das Gesamtgewicht des Model S auf zwei Tonnen beschränken. Für ein Batterieauto mit Platz für fünf Erwachsene und zwei Kinder in der dritten Reihe wäre dieser Wert ein neuer Maßstab - vor allem, wenn man die elektrische Reichweite berücksichtigt: Mit einer Kapazität von rund 90 Kilowattstunden soll die knapp fünf Meter lange Limousine bis zu 480 Kilometer weit kommen.

Nicht minder verblüffend ist der Einstiegspreis von rund 60.000 US-Dollar, umgerechnet etwa 42.500 Euro, für den eleganten Wagen. Experten gingen bisher davon aus, dass allein der Batteriepreis für einen solchen Radius das Budget einer Mittelklasselimousine sprengen würde. Auch die Reichweite ruft Skeptiker auf den Plan. Ihnen hält Entwicklungschef Straubel entgegen, dass die weiterentwickelten Batteriezellen von Panasonic ein Technologiesprung seien.

Die Ankündigungen aus Palo Alto wirken wie ein Elektroschock auf die traditionsreiche Autobranche, die sich noch schwertut mit dem E-Antrieb. Bis die individuelle Mobilität durch Motorkutschen richtig ins Rollen kam, vergingen einst Jahrzehnte. Die automobile Revolution 2.0 wird wesentlich schneller gehen, daran glaubt das Tesla-Team.

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