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Suzuki Vitara 1.6 DDiS im Test:Außen Bonbon, innen Graubrot

Der neue Suzuki Vitara

Der Suzuki Vitara kostet mindestens 17 990 Euro. Der mit allen verfügbaren Extras ausgestattete Testwagen kommt auf fast 31 200 Euro.

(Foto: Suzuki)

Der Suzuki Vitara ist ein Auto der Gegensätze. Und eines, das erstaunlich günstig und sparsam ist.

Von Thomas Harloff

Ja, er sticht heraus in der schwarz-grau-weißen Ansammlung an Autos, die sich Tag für Tag durch die Staus auf deutschen Straßen quält. Und ja, das liegt an seiner Farbe. "Horizon Orange Metallic" heißt die Lackierung, die der Testwagen trägt. Und das ist kein Ausreißer in der Farbpalette: Es gibt auch "Atlantis Turquoise Pearl Metallic", ein kräftiges Türkis, und "Bright Red". Zumindest mit den Farbtönen will Suzuki dem Vitara einen knalligen Auftritt verschaffen. In der Realität werden die meisten Kunden das Auto wohl in weißer, silberner, grauer oder schwarzer Lackierung ordern.

Zwar gibt sich Suzuki Mühe, dem Kompakt-SUV den heute offenbar unabdingbaren Lifestyle-Anstrich mitzugeben. Die bunten Farbtöne, die sich an einigen Stellen im Innenraum wiederholen, sind ein Beleg dafür. Ebenso, dass Dachpartie und Außenspiegel wahlweise in Schwarz oder Weiß kontrastieren. Dazu die glänzenden Streben im Kühlergrill, die aussehen wie das mit reichlich Edelmetall ausstaffierte Gebiss eines amerikanischen Gangster-Rappers. Trotz des ganzen Bling Bling ist der Vitara aber das, was ein Suzuki meistens ist: ein zweckmäßiger Gebrauchsgegenstand.

Ordentliches Platzangebot

Das klingt negativer als es ist und trifft auf den Vitara zweifellos zu. Sein Bedienkonzept erklärt sich von selbst, die Instrumente sind leicht ablesbar und Platz hat das kompakte SUV auch genug. Vor allem im Fond, der mit üppiger Kniefreiheit überrascht. Zwar könnte der Kofferraum etwas größer sein (er fasst zwischen 375 und 1120 Liter), aber mit seinem in verschiedenen Höhen einlegbaren Boden erweist er sich als clever konstruiert. Befindet er sich in der oberen Position, verschwindet die Ladekantenstufe und es entsteht eine fast ebene Ladefläche, wenn die Rücksitzlehne umgeklappt ist. Wer lieber ein paar Liter Kofferraumvolumen hinzugewinnen möchte, rastet den Boden dagegen tiefer ein.

Bodenständig sind die beiden angebotenen Motoren. Sie sind jeweils 1,6 Liter groß, 120 PS stark und lassen sich entweder mit Front- oder Allradantrieb kombinieren, wollen aber mit unterschiedlichem Treibstoff gefüttert werden. Der im Testwagen installierte Dieselmotor hat drei Vorteile: Erstens ist sein maximales Drehmoment mehr als doppelt so groß wie beim Benziner (320 statt 156 Newtonmeter) und liegt deutlich früher an, nämlich schon bei 1750 statt 4400 Umdrehungen. Zweitens: Sein Schaltgetriebe hat sechs statt fünf Gänge. Und drittens: Sein geringer Durst. Im Test verbrauchte er 5,3 Liter auf 100 Kilometer. Das ist zwar mehr als ein Liter über der Werksangabe, aber sehr beachtlich für ein hoch aufgeschossenes und allradgetriebenes Auto.

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