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Subaru Outback im Test:Angetrengter und durstiger Benziner

Subaru Outback 2.0 D

Mit einer Außenlänge von 4,82 Meter ordnet sich der Outback genau zwischen Audi A4 und A6 Allroad ein.

(Foto: Subaru)

Das ist noch bescheiden im Vergleich zum Benziner, der sich während der Probefahrt im Schnitt zwölf - statt der versprochenen sieben - Liter gönnte. Doch das ist nicht seine einzige Schwäche. Das deutlich geringere Drehmoment (235 Newtonmeter bei 4000 Umdrehungen) merkt man dem Saugmotor stets an. Er beschleunigt zäh und klingt dabei immer angestrengt - und zwar völlig unabhängig davon, ob er im Sportmodus oder in der Intelligence-Abstimmung agiert. Dass Subaru diesen Motor ausschließlich mit der CVT-Automatik - allerdings mit einer anderen Version als den Diesel - koppelt, verfestigt den Eindruck, dass sich der Antrieb fortwährend quält. Nur selten findet das Getriebe ein Übersetzungsverhältnis, dass flottes Vorankommen und eine vertretbare Akustik kombiniert.

Damit passt der Motor so gar nicht zum Fahrwerk, das die Ingenieure auf guten Federungskomfort getrimmt haben. Die Dämpfer sprechen sensibel an und sind dennoch straff genug, um den Outback nicht schwammig durch Kurven wanken zu lassen. Die leichtgängige Lenkung vermittelt genug Informationen von der Fahrbahn und ist ausreichend exakt abgestimmt. Der traktionsstarke Allradantrieb, traditionell eine Stärke von Subaru, leistet seinen Beitrag zum hohen Fahrspaßniveau.

Jetzt auch mit elektronischen Fahrassistenten

Das Feld der elektronischen Fahrassistenten hat Subaru in den vergangenen Jahren fast völlig der Konkurrenz überlassen. Beim neuen Outback ziehen die Japaner nun mit einem System namens "EyeSight" nach. Die nur mit dem CVT-Getriebe kombinierbare Technologie verarbeitet die Bilder einer Stereokamera und beinhaltet ein Notbremssystem mit Kollisionswarner, eine Geschwindigkeitsregelung mit Abstandshalter sowie einen Spurhalteassistenten. Das funktioniert stabil und sorgt für aktive Sicherheit, ohne ständig hysterisch zu piepsen oder unvermittelte Vollbremsungen hinzulegen, wie es andere Systeme gerne tun. Von den ausgefeilten Assistenten einiger Kontrahenten, die im Kolonnenverkehr eigenständig die Spur halten und nach Stillstand ohne Zutun des Fahrers wieder beschleunigen, ist Subarus System jedoch weit entfernt.

Subaru Outback 2.0 D

Feld- und Waldwege stellen dank des Allradantriebs und eines optionalen Offroad-Fahrprogramms kein Problem dar.

(Foto: Subaru)

Dafür hat der Outback die finanziellen Argumente auf seiner Seite. Als Diesel mit Handschaltung und in der ordentlich bestückten Trend-Basisausstattung kostet er 34 400 Euro. Wer - warum auch immer - den Benziner möchte, zahlt mindestens 35 900 Euro. Für gut 40 000 Euro bleiben in puncto Ausstattung kaum noch Wünsche offen. In dieser Region fangen die Preise der Offroad-Kombi-Konkurrenz erst an - mit oftmals nach oben offener Skala.

Mit dem neuen Outback zeigt sich Subaru erstmals von seiner kultivierten Seite. Der Kombi ist ein geräumiges, durchdachtes, fahrsicheres und bequemes Auto - vorausgesetzt, man wählt den Dieselmotor. In seiner Ausgewogenheit könnte er auch von einer Mainstream-Marke stammen. Doch ein paar Eigenheiten hat er sich noch bewahrt. Zum Beispiel, dass das Navigationssystem wie selbstverständlich Schlagloch-geschwängerte Feldwege in die Route einbaut. Zweifellos eine jener Marotten, die die vom Chef erwähnten Automobil-Individualisten so schätzen.

© SZ.de/harl/lala
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