Neues Design:Rück- statt Ausblicke

Lesezeit: 5 min

Audi TT Sportback Concept auf dem Pariser Autosalon 2014.

Wenig innovativ: Das TT Sportback Concept war die Audi-Studie für den Pariser Autosalon 2014.

(Foto: STG)

Es folgte der Fluch der großen Tat: Als das Audi-Führungstrio 2006 die Macht in Wolfsburg übernahm, versank das Ingolstädter Design allmählich im Dornröschenschlaf. Die Designstudien der vergangenen Jahre wirkten eher orientierungslos. Oft waren es eher tastende Rückblicke auf die Markengeschichte statt Ausblicke in die Zukunft.

Auch der gerade in Paris gezeigte TT-Viertürer kommt - trotz seiner formalen Stimmigkeit - nur unwesentlich über das Urmodell hinaus. "Einem erfolgreichen Trend zu widersprechen, dazu gehört Mut und Durchsetzungsvermögen", weiß Lichte aus Erfahrung: "Bei den internen Präsentationen konnte ich deshalb häufig mit einem Modell punkten, das einfach anders aussah", schmunzelt Lichte. So war es auch am 4. Februar dieses Jahres. Winterkorn, de'Silva und der gesamte Markenvorstand waren zugegen. Schließlich ging es um die Zukunft von Audi.

Konkurrenzkampf zwischen VW und Audi

Ring frei: Hinter den neuen Hochglanzfassaden in Ingolstadt wird seit Jahren ein Schauer- und Rührstück der besonderen Art gegeben. Es geht nicht nur um den Wettbewerb zwischen den deutschen Premiummarken, um die Volumenführerschaft und die Krone des Technologiekönigs. Und nicht zu vergessen: Um den Titel "Wer baut die schönsten Autos". Es geht auch um die Rivalität zwischen VW und Audi: In diesem Kopf-an-Kopf-Rennen kann es schon den Job kosten, wenn man sich zu ehrgeizig über den allmächtigen Konzernvorstand in Wolfsburg hinwegsetzt. Zum 1. Juli 2013 war prompt auch Audi-Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer seinen Vorstandsposten los. Kaum zurück in Ingolstadt ließ Ulrich Hackenberg weitere Köpfe rollen - zum Beispiel den des damaligen Designchefs Wolfgang Egger.

Es sei schon im vergangenen Spätsommer klar gewesen, dass er den Job als Top-kreativer bei Audi antreten würde, gesteht Lichte. Ende 2013 bekam er den Etat zur Entwicklung eines A8-Konzepts - alles zusätzlich zu seinen Aufgaben bei VW. Nach neun Wochen Tag- und Nachtarbeit brachte er einen fertigen 1:1-Prototyp mit an die Donau. Obwohl das Auto noch nicht perfekt gewesen sei, setzte sich sein Vorschlag gegen die Entwürfe der Münchner und Ingolstädter Designstudios durch.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB