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Fahrbericht Audi A3 e-tron:Ökosiegel deluxe

Audi A3 e-tron

Mit dem A3 e-tron bietet Audi ab kommendem Winter seinen ersten Plug-In-Hybriden an.

(Foto: Audi)

Rein elektrisch, aber bei Bedarf auch weit und schnell: Obwohl er einige Zugeständnisse erfordert, ist der A3 e-tron das ideale Auto für alle Gelegenheiten. Richtig schade ist, dass sich Audi beim Preis verrechnet hat.

Bei manchen nagelt der Diesel los wie der Motor eines betagten Traktors, andere manchen starten einen dezent vor sich hin tuckernden Vierzylinder-Benziner und wieder andere - wenige - lassen einen wummernden V8 oder gar einen kreischenden V10 an. Der Motor des eigenen Autos ist ein vertrautes Geräusch. Die meisten Autofahrer können auf den Weckruf des Auspuffs, meist untermalt von einem Auswurf an Abgasen und - im Falle eines unzureichend abgasgereinigten Dieselmotors - manchmal auch von schwarzen Rußpartikeln, gerne verzichten. Manchen ist er so lästig wie der eigene Husten am Morgen. Wäre toll, wenn es leiser ginge. Und umweltfreundlicher.

Dabei geht es längst leiser. Es braucht nicht einmal ein reines Elektromobil, um die Momente der Stille im eigenen Auto auf dem täglichen Weg zur Arbeit zu genießen. Die meisten Hybridmodelle, von denen es inzwischen reichlich gibt, werfen beim Anlassen erst den Elektromotor an - und der gibt in der Regel keinen Mucks von sich.

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Audis erster "Plug-In-Hybrid"

So auch der ausschließlich als Fünftürer erhältliche A3 e-tron. Der ist zwar nicht Audis erstes Modell, bei dem ein Verbrennungs- mit einem Elektromotor zusammenarbeitet, bringt aber dennoch eine Neuerung in die Angebotspalette. Erstmals seit dem wenig erfolgreichen A4 Avant Duo von 1996 bietet ein Auto des Ingolstädter Herstellers die Möglichkeit, die Batterie, die den Elektromotor mit Strom versorgt, extern aufzuladen, wenn das Auto parkt. Dafür müssen nur die vier Ringe des Markenlogos im Kühlergrill beiseite geschoben und der dahinter versteckte Stromanschluss per Ladekabel mit einer Haushalts- oder Industriesteckdose verbunden werden.

"Plug-In-Hybrid" nennt sich die Technologie im Fachjargon, und sie vermag theoretisch, aus einem elektrisch angetriebenen Auto ein Fortbewegungsmittel für jede Gelegenheit zu machen. Anders als bei einem Stromer vom Schlage eines BMW i3 oder VW E-Golf schließt die Möglichkeit, rein elektrisch und in emissionsfreier Fahrt durch die Innenstadt oder zum Arbeitsplatz zu gelangen, beim A3 e-tron einen mehrere hundert Kilometer langen Trip nicht aus. Im Gegenteil, die Kraft der zwei Herzen soll gar für eine größere Reichweite sorgen. Im Fall des Audis liegt die Gesamtreichweite bei 940 Kilometern. 50 Kilometer und ein maximales Tempo von 130 km/h sollen ausschließlich mit elektischer Kraft möglich sein, so der Hersteller.

Der Ladestecker des Audi A3 e-tron.

Der Stromanschluss liegt hinter dem Markenlogo im Kühlergrill, das beim Laden einfach zur Seite geschoben wird.

(Foto: Audi)

Elektrisch und lautlos durch Wien

Das tägliche Mobilitätsbedürfnis möglichst sparsam und damit kostengünstig bewältigen, dabei die Umwelt schonen (wenn der Strom möglichst aus erneuerbaren Energien kommt) und dennoch für alle Eventualitäten gerüstet sein: Es liest sich eigentlich zu schön, um wahr zu sein, funktioniert in der Praxis aber gut - jedenfalls bei dem von Audi vorgegebenen Testfahrt-Szenario. Die Tour startet mit ein paar rein elektrisch gefahrenen Kilometern durch Wien, geht dann über in eine in den verschiedenen Hybridmodi zurückzulegende Landstraßen-Schleife westlich der Stadt, bis sie schließlich mit den im Akku verbliebenen Kilowattstunden zurück zum Ausgangspunkt führt.

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Etwas Stadt, viel Landstraße, keine Autobahn: Man sollte annehmen, dass sich der Audi A3 e-tron auf dieser Tour nicht allzu weit von den nach offizieller ECE-Norm ermittelten Verbrauchs- und CO₂-Werten von 1,5 Litern und 35 g/km entfernt. Doch nach exakt 106,9 Kilometern berichtet der Bordcomputer von einem Durchschnittsverbrauch von 4,2 Litern, was einem CO₂-Ausstoß von 99,5 g/km entspricht. Das ist nicht schlecht angesichts einiger zügiger Überlandpassagen, zeigt aber einmal mehr die Realitätsferne des Normverbrauchs an - gerade bei Hybrid- und Elektroautos.