bedeckt München 27°

Kleinwagen im Fahrbericht:Der Nissan Micra darf endlich frech sein

Der neue Nissan Micra

Der neue Nissan Micra startet ab März zu Preisen ab etwa 13 900 Euro.

(Foto: Nissan)

Bisher war der Kleinwagen stets brav, nun will er vor allem Spaß machen. Leider passen die schwachen Motoren nicht zu diesem Anspruch.

Wer hätte dem einst glupschäugigen Mops so viel Temperament zugetraut? Selbst auf Rennstrecken kommt der neue Nissan Micra erstaunlich gut - und quer. Die Haupttugenden heißen Oho-Straßenlage, Aha-Grip und Sieh-mal-an-Stabilität.

Zwei neue, serienmäßige elektronische Helferlein machen den Eintonner selbst bei flotter Fahrt zum handzahmen Carver: Active Body Control glättet durch sanften Bremseneingriff auf Bodenwellen die extremen Höhen und Tiefen. Trace Control nimmt den Wagen durch einseitige Verzögerung in engen, schnellen Kurven an die kurze Leine. Der Kleine ist also eine halbe Nummer größer, aber eine ganze Nummer besser geworden.

Der 2017er-Micra hat sich zum Viermeterauto gemausert. Mit viel Platz vorne und deutlich weniger hinten. Die technische Basis ist im Prinzip noch die alte, aber sie fühlt sich an wie nach einer Frischzellenkur: straff, agil und wendig. Auch beim Cockpit haben die Nissan-Stilisten alles richtig gemacht. Es ist aufgeräumt, gut bestückt und wahlweise in Rot, Orange oder Blau fetzig eingekleidet. Außen treibt es der Micra ebenso (Bonbon-)bunt oder mit Aufklebern grell geschminkt.

90 PS sind das Maximum

Was der neueste Micra nicht wirklich kann, ist geschmeidig abrollen und so schön federn wie der Polo. Auch Tempo machen andere besser. Das ist kein Wunder bei maximal 90 PS, egal ob Benzin- oder Dieselmotor. Der 0,9-Liter-Dreizylinderbenziner ist mit 140 Nm arg schwach auf der Brust, läuft aber immerhin 175 km/h Spitze.

Mit dem Renault Clio hat der neue Micra außer den Motoren übrigens nichts gemeinsam, obwohl er in Frankreich gebaut wird. Ab März ist er zu Circa-Preisen ab 13 900 Euro verfügbar - ein Aufschlag von etwa 15 Prozent.