Umstrittenes Motorenkonzept Der Diesel hat noch immer entscheidende Vorteile

Eine Perspektive des Dieselmotors: Audi RS 5 TDI Concept mit zusätzlichem elektrischem Turbolader. Technische Daten: 385 PS und maximal 750 Newtonmeter.

(Foto: Audi AG)

Trotz immer neuer Querelen um seine Abgasqualität hat der Hightech-Diesel den Benziner in Sachen Leistungsdichte in den vergangenen Jahren eingeholt. Selbstzünder erreichen mittlerweile 100 Kilowatt pro Liter Hubraum - genug, um selbst Geländewagen mit sparsamen Dreizylindermotoren anzutreiben.

Ein entscheidender Vorteil sind die vergleichsweise moderaten Abgastemperaturen des Heizöl-Brenners. Bei Vollgas erreicht er kaum mehr als 850 Grad, was selbst Turbolader mit variabler Turbinengeometrie nicht übel nehmen. Das Windrädchen passt seine Form also dem jeweiligen Leistungsbedarf an, ohne den Abgasstrom zu blockieren. Eine ähnlich kompakte Technik können sich sonst nur Sportwagenhersteller wie Porsche für ihre mehr als 1000 Grad heißen Benziner leisten.

Mobiles Leben Kopf hoch, Otto!
Neues Brennverfahren für Benziner

Kopf hoch, Otto!

Dieselmotoren sind ausgereizt, Elektroantriebe schwächeln: Jetzt müssen Benziner dafür sorgen, dass umweltfreundlichere Autos bezahlbar bleiben. Zum Beispiel eine Proll-Karre mit fiesem Heckflügel.  Von Joachim Becker

Aufwendiges Chemiewerk zur Abgasreinigung

Heute wird fast jeder zweite Neuwagen mit dem selbstzündenden Effizienzmotor ausgeliefert. Aus gutem Grund: Sein Verbrauch liegt nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch in der Praxis rund 20 Prozent niedriger als der des Benziners. Zu den Vorteilen gehört die höhere Energiedichte des Dieselkraftstoffs ebenso wie das höhere Verdichtungsverhältnis und der entsprechend bessere Wirkungsgrad. Zudem kommt der Selbstzünder ohne energiezehrende Drosselklappe aus, weil er ohnehin mit hohem Luftüberschuss, also mager verbrennt.

Das hat bei allen Vorzügen allerdings einen entscheidenden Nachteil: Der herkömmliche Dreiwege-Katalysator, der selbst die Abgase von riesigen Spritschluckern zuverlässig reinigt, funktioniert beim Diesel nicht. Im Wettlauf der Verbrennungsprinzipien braucht der Ölbrenner also ein immer aufwendigeres Chemiewerk zur Abgasreinigung.

Ein Ausweg könnte die zunehmende Elektrifizierung des Antriebs sein: Schon bald werden sowohl 48-Volt-Systeme als auch Plug-in-Hybride und elektrische Turbolader den Verbrenner beim Beschleunigen unterstützen. Wie ein Schiffsdiesel kann der Selbstzünder dann gleichmäßiger laufen und damit weniger Stickoxide ausstoßen. Die Phlegmatisierung, von der Fachleute reden, führt zurück zu den Anfängen des Diesels - und geradewegs in die Zukunft.

Cooles Motor-Tuning

Ein strengerer Abgastest bereitet den Motorenentwicklern Sorgen. Bis der kommt, müssen die Hersteller den Schadstoffausstoß ihrer Autos senken. BMW setzt auf die Wassereinspritzung. Von Joachim Becker mehr... Analyse