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Fahrbericht:Porsche 911 Turbo S: Schnellster seiner Klasse

AUT 30.1.

Mit dem 911 Turbo behauptet sich Porsche weiterhin unter den Sportwagenbauern.

(Foto: Porsche)

580 PS, 2,9 Sekunden von null auf hundert: Kein zweiter Sportwagen seiner Art beherrscht derart perfekt den Spagat zwischen Alltag und Rennpiste.

Wer ihn einmal besessen hat, was nur wenigen vergönnt ist, kommt schwer von ihm los. Zum einen, weil er absolut grandios fährt, aber eben nicht dieses halbseidene Proll-Image eines Lamborghini oder Ferrari besitzt. Zum anderen, weil er wie kein zweiter Sportwagen seiner Art einen derart perfekten Spagat zwischen Alltag und Rennpiste beherrscht. Nahezu ein Alleskönner. Brutal schnell auf dem Nürburgring, geduldig im Feierabendverkehr.

Die Rede ist vom Porsche Turbo. Damit ist nicht irgendein Turbo aus Zuffenhausen gemeint, nicht Macan, nicht Cayenne und auch nicht die neuen, modellgepflegten Carrera-Modelle. Gemeint ist einzig und allein "der" 911 Turbo, seit mehr als 40 Jahren das Topmodell der wohl berühmtesten Sportwagen-Baureihe der Welt.

Schon als der Turbo, intern 930 genannt, 1973 mit seinen aus heutiger Sicht bescheidenen 260 PS debütierte, galt er als der Über-Elfer, dem kein anderes Auto in Deutschland auch nur nahe kam. Das änderte sich auch in den folgenden Jahrzehnten nicht. Hubraum, Leistung und Fahrdynamik stiegen. Vollgepackt mit Hightech und optisch auffällig mit seinen breiten Kotflügeln und dem riesigen Heckspoiler war und blieb er unverwechselbar.

Elfer-Facelift

Der neue Porsche 911 Turbo in Bildern

Porsche 911 Turbo ist der Topseller seiner Klasse

Noch heute gilt der 911 Turbo als Überflieger, lässt selbst Konkurrenten wie den Ferrari 488 und den McLaren 570 S noch hinter sich - wenn auch knapp - und ist in dieser Klasse der bestverkaufte Sportwagen überhaupt. Kaum zu glauben: An der Baureihe 911 hat der Turbo rund 25 Prozent Anteil, wovon wiederum fast 70 Prozent der Kunden die Topversion Turbo S ordern. "In einigen Jahren war dies sogar die am meisten verlangte Variante", sagt Chefentwickler August Achleitner.

Schon die technischen Eckdaten des neuesten Turbo S scheinen aus einer automobilen Parallelwelt zu stammen. Der Sechszylinder-Boxer leistet bei unverändertem Hubraum von 3,8 Litern jetzt 580 PS, eine Zugabe von 20 PS gegenüber dem Vorgänger. Sein Drehmoment beträgt mächtige 750 Newtonmeter, 50 Prozent mehr als ein normaler Carrera ins Getriebe schickt. Es bedarf wenig Fantasie, aber umso mehr Fahrkönnen und Selbstdisziplin, um zu erahnen und dann zu auch zu kontrollieren, was mit dieser Urgewalt in Kombination mit 1600 Kilo Leergewicht geschieht.