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Fahrbericht Mercedes S-Klasse Coupé:Imposanter Vertreter seiner Art

Mercedes S-Klasse Coupé

Das Mercedes S-Klasse Coupé kostet mindestens 126 000 Euro.

(Foto: Daimler AG)

Das neue S-Klasse Coupé ist der geschmeidigste und souveränste zweitürige Gleiter, den man für 126 000 Euro kaufen kann. Dennoch ist es nicht frei von Ungereimtheiten. Impressionen einer Ausfahrt.

Großen Coupés haftet etwas herrlich Gestriges an. Sie sind sehr selbstbewusste Erscheinungen, schwer und teuer, opulent eingerichtet und großzügig motorisiert. Mercedes verlangt für das S-Klasse Coupé S500 4Matic mindestens 125 961 Euro. Das ist relativ viel im Vergleich zum gleich starken BMW 650ix für 90 700 Euro, aber relativ wenig in Relation zum Aston Martin DB9 (573 PS, 177 950 Euro) oder zum Bentley Continental GT V8 (507 PS, 170 000 Euro).

Neuvorstellung Mercedes S-Klasse Coupé

Ungewöhnliche Neigungen

Die zu den Coupés passenden Viertürer sind zwar entweder noch teurer oder kaum billiger, aber sie sind wenigstens mehr oder weniger echte Viersitzer. Im Fond des S-Klasse Coupés geht es dagegen ziemlich eng zu, und auch der Ein- und Ausstieg ist trotz elektrischer Sitzverstellung keine reine Freude. Der sanfte Verführer mit den voll versenkbaren Seitenscheiben und dem 400 Liter großen Kofferraum versteht sich als nobler Reisewagen für zwei Personen, die nach Strich und Faden verwöhnt werden - von den Aktivsitzen mit Massagefunktion (2023 Euro), von beheizten Armlehnen und Türtafeln (511 Euro) oder von der Burmester High-End-Musikanlage (7497 Euro).

Überzeugendes Hightech-Fahrwerk

Das wichtigste Komfort-Feature wird aufpreisfrei mitgeliefert. Die Rede ist vom Serien-Fahrwerk mit den völlig ausreichenden 19-Zoll-Rädern. Der Mix aus Luftfederung und Verstelldämpfern überzeugt durch grandiose Schluckfreudigkeit, einfühlsames Ansprechverhalten, erstklassigen Langsamfahrkomfort und eine Grundgeschmeidigkeit, die an den viel zitierten fliegenden Teppich erinnert. Schwächen? Auf kurze Anregungen reagieren die Niederquerschnitt-Pneus etwas unwirsch.

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Und die adaptive Airmatic lässt sich auch in diesem Modell nicht mit der Neigetechnik kombinieren, die den Mercedes in einen Pendolino auf vier Rädern verwandelt. Die auf Basis der Active Body Control (ABC) weiterentwickelte High-Tech-Mimik sorgt über hydraulische Stellzylinder dafür, dass sich der über zwei Tonnen schwere Viersitzer sanft in die Kurve legt und der Querbeschleunigung ein Schnippchen schlägt. Die kamera- und sensor-induzierte, zwischen 15 und 180 km/h aktive Seitenneigung drückt uns in den Sitz statt weg vom Scheitelpunkt der Kurve, was so manchen Radius deutlich gnädiger erscheinen lässt. Bei sehr schneller Fahrt klinkt sich das System selbsttätig aus, denn es ist dem entspannten Carven verpflichtet und nicht dem Räubern auf der letzten Rille.