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Neuvorstellung Mercedes S-Klasse Coupé:Ungewöhnliche Neigungen

Das neue Mercedes S-Klasse Coupé ist fraglos ein echter Schönling geworden. Der Luxusliner will aber auch mit Hightech punkten und setzt hier im Vergleich zur Limousine sogar einen drauf.

Von Thomas Harloff

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Mercedes S-Klasse Coupé

Quelle: Daimler AG

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Das neue Mercedes S-Klasse Coupé ist fraglos ein echter Schönling geworden. Der Luxusliner will aber auch mit Hightech punkten und setzt hier im Vergleich zur Limousine sogar einen drauf.

Seit der IAA im vergangenen Jahr hält Mercedes die Autowelt in Sachen S-Klasse Coupé in Atem. Damals, im September 2013, war die Konzeptstudie einer der Stars in den Frankfurter Messehallen. Der Tenor von Fachpresse und Publikum lautete seinerzeit unisono: "Bitte bauen, und zwar möglichst unverändert." Die Schwaben haben diesem Wunsch weitgehend entsprochen und stellen nun die Serienversion vor. Diese wird in diesem März auf dem Genfer Autosalon debütieren und in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen.

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Obwohl das Coupé nicht mehr CL heißt und den Namen der S-Klasse angenommen hat, unterscheidet sich dessen Design weitgehend von dem des viertürigen Luxusliners. Gestreckte Formen treffen auf zahlreiche auflockernde gestalterische Elemente, was zusammen die schiere Größe von 5,03 Meter Außenlänge kaschiert. Vorne fallen die Unterschiede besonders ins Auge: Der breite Kühlergrill und die schmalen Scheinwerfer lassen das Coupé optisch in die Breite wachsen und verleihen ihm eine mächtige Präsenz. Zudem funkeln die Scheinwerferaugen auf Wunsch besonders stark - im wahrsten Sinne des Wortes. Optional können die Voll-LED-Leuchten mit Swarovski-Kristallen bestückt werden. 17 eckige Steinchen fungieren dann als fackelförmiges Tagfahrlicht, 30 runde Kristalle dienen als Blinker.

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Das muskulöse Erscheinungsbild setzt sich in der Seitenansicht fort. An den zahlreichen Charakterlinien bricht sich das Licht, während der in die Karosserie integrierte Chromrand um die Fensterflächen den Oberklasse-Anspruch des Zweitürers optisch unterstreicht. Wie gehabt bleiben die Fenster selbst rahmenlos, sodass keine B-Säule die Optik bricht.

Aufgrund der hohen Schulterlinie braucht das S-Klasse Coupé große Räder für ein stimmiges Design. Mercedes bietet Felgen von 18 bis 20 Zoll an, wobei die kleinste Option etwas verloren in den Radhäusern stehen dürfte.

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Weniger gelungen erscheint die Heckpartie. Die scharfe horizontale Linie, welche die Rückleuchten rigoros abschneidet, stört die Harmonie der sonst sanft fließenden Linien spürbar. Aber damit muss sich nur ein überschaubarer Kundenkreis arrangieren, denn die Preise werden mindestens sechsstellig sein und deutlich über denen des Viertürers liegen. Der startet als S 500 mit kurzem Radstand bei 105.900 Euro. Genaue Zahlen wird Mercedes zu einem späteren Zeitpunkt nennen.

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Zur Markteinführung muss das Mercedes S-Klasse Coupé mit nur einem Motor Vorlieb nehmen. Der doppelt aufgeladene 4,7-Liter-V8 des S 500 leistet 455 PS und bringt es auf ein maximales Drehmoment von 700 Nm. Seine Kraft schickt das Triebwerk entweder Richtung Hinterachse oder verteilt sie an alle vier Räder, sofern der 4Matic-Allradantrieb an Bord ist. Der Auspuffsound soll je nach gewähltem Fahrmodus und abhängig von der Drehzahl dank Klappensteuerung dezent zurückhaltend oder sportlich kernig sein.

Bei nur einer Motorvariante wird es natürlich nicht lange bleiben. Zwar verzichtet das Coupé auf die Sechszylinder- und Dieselmotoren, auch Hybridantriebe bleiben vorerst außen vor. Aber leistungsmäßig ist noch viel Luft nach oben. Die Zwölfzylinder aus dem S 600 (530 PS) und dem S 65 AMG (630 PS) werden zeitnah ebenso den Weg in den Coupé-Bug finden wie der 5,5-Liter-Doppelturbo-V8 des S 63 AMG mit 585 PS.

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Wie der viertürigen Bruder bietet auch das S-Klasse Coupé eine ganze Batterie an Hightech-Assistenzsystemen, die das Leben an Bord des Zweitürers angenehmer und sicherer machen sollen. Besonders bemerkenswert ist das optionale "Magic Body Control"-Fahrwerk, das mit einer Stereokamera die Fahrbahn scannt und so die Fahrwerkshärte an bevorstehende Fahrbahnunebenheiten anpasst. Im Vergleich zur Limousine rüstet Mercedes das System sogar mit einer Kurvenneigefunktion auf. Wie ein Motorrad- oder Skifahrer legt sich das Auto in einem Winkel von bis zu 2,5 Grad in die Kurve und reduziert so die Querbeschleunigung, was einen Fortschritt in Sachen Fahrdynamik und Komfort bringen soll.

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Das grundsätzlich mit Leder überzogene Armaturenbrett übernimmt das Coupé in weiten Teilen von der Limousine. Wie der Viertürer hat auch der Neuling zwei TFT-Monitore, die sich bis in die Mittelkonsole erstrecken. Hinter den Lenkrad zeigt ein Display Tacho und Drehzahlmesser als klassische Rundinstrumente an, während der rechte Monitor alle anderen Informationen liefert. Die auffälligste Änderung betrifft das Lenkrad. Das unten abgeflachte Volant des Coupés stützt sich an drei Stellen des Lenkradkranzes ab, während das der Limousine nur über eine breite Querspange verfügt. Außerdem fehlt die Analoguhr zwischen den vier zentralen Lüftungsdüsen. Die Mittelkonsole reicht bis in den Fond, was das S-Klasse-Coupé zum reinen Viersitzer macht.

Wie aktuell in anderen Mercedes-Baureihen hält ein Head-Up-Display, das relevante Informationen wie die Geschwindigkeit oder Navigationshinweise an die Frontscheibe projiziert, ebenfalls Einzug in das S-Klasse Coupé. Zudem heben gegen Aufpreis Details wie das Air-Balance-System, das per Beduftung und chemischer Tricks für eine angenehme Luft im Innenraum sorgen soll, oder Massagesitze das Wohlfühl-Ambiente.

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Quelle: Daimler AG - Global Communicatio; Daimler AG

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Im Mercedes S-Klasse Coupé kommt die jüngste Generation des "Comand"-Bediensystems zum Einsatz, das nun auf Wunsch über ein Touchpad verfügt. Wie bei einem Smartphone lassen sich hier per Wisch mit dem Finger Funktionen an- und auswählen. Außerdem können handschriftlich Buchstaben, Ziffen und Sonderzeichen eingegeben werden.

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Quelle: Daimler AG - Global Communicatio; Daimler AG

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Besonders stolz ist Mercedes auf das neue serienmäßige Panoramadach, das etwa zwei Drittel der Dachfläche einnimmt und insgesamt 1,32 Quadratmeter groß ist. Gegen Aufpreis sorgt die "Magic Sky Control" dafür, dass sich dessen Lichtdurchlässigkeit auf Knopfdruck ändert. In zwei Stufen können die Insassen zwischen Cabrio-Feeling und fast völliger Abschottung nach oben wählen.

© SZ.de/hart/reek/mati
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