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Elektroautos:Tesla setzt voll auf Roboterautos

A Tesla Motors Inc. Software Update

Die Hände lieber ans Lenkrad: Trotz aktueller Probleme setzt Tesla voll auf autonomes Fahren.

(Foto: Bloomberg)
  • Tesla will seine Technik für autonomes Fahren in alle Modelle einbauen. Allerdings soll sie standardmäßig nicht aktiviert sein.
  • Das liegt auch an fehlenden gesetzlichen Regelungen und Problemen mit der Zuverlässigkeit. Zuletzt hatte es mehrere Unfälle mit Tesla-Wagen gegeben.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla will künftig alle seine Modelle mit der nötigen Technik für komplett autonomes Fahren ausrüsten. Die Software dazu solle später schrittweise freigeschaltet werden, erklärte Tesla-Chef Elon Musk in der Nacht zum Donnerstag. Das bisherige Technik mit dem Namen Autopilot im Spitzenmodell Model S ist eher ein Fahrassistenzsystem.

Mit dem neuen System solle es Ende 2017 möglich sein, von Los Angeles nach New York gefahren zu werden, ohne auch nur einen Handgriff machen zu müssen, sagte Elon Musk. Tesla werde alle seine Fahrzeuge mit acht Kameras ausstatten, bisher verfügen die Autos nur über eine. Außerdem soll es Ultraschall- und Radarsensoren mit höherer Reichweite und Auflösung geben sowie 40-mal mehr Rechenleistung im Computer, sagte Musk.

Sowohl die aktuell angebotenen Modelle, die Limousine Model S und das SUV Model X, als auch das für 2018 angekündigte günstigere Fahrzeug Model 3 würden mit der neuen Hardware ausgestattet. Bereits verkaufte Autos könnten aber nicht nachgerüstet werden. Die entsprechende Software zum autonomen Fahren soll im sogenannten "Schatten-Modus" dazulernen. Dabei soll der Computer im Hintergrund die Verkehrssituation analysieren, während der Mensch fährt. Auf lange Sicht sollen die Autos dann komplett autonom fahren, heißt es in einem aktuellen Tesla-Blogbeitrag: "Komplette Autonomie wird es einem Tesla ermöglichen, deutlich sicherer zu sein als ein menschlicher Fahrer."

Viel Kritik nach Unfällen im Autopiloten

Elon Musk räumt ein, dass die Einführung der entsprechenden Software von lokalen Regeln abhängen werde. In Deutschland hatte es zuletzt viel Kritik an der bisher eingesetzten Technik gegeben. Unter anderem forderte das Kraftfahrt-Bundesamt Tesla-Besitzer dazu auf, die Bedienungsanleitung zu lesen und auch mit aktiviertem Autopiloten die Hände am Lenkrad zu lassen.

In diesem Jahr war es zu mehreren Unfällen mit Teslas Autopiloten gekommen. Im Mai kam in Florida ein Mann ums Leben, als sein Tesla mit dem eingeschalteten Fahrassistenten unter einen Lastwagen raste. Tesla hatte stets betont, dass das "Autopilot"-System seine Fahrzeuge nicht zu selbstfahrenden Wagen mache, sondern zum jetzigen Stand nur eine Technologie sei, bei dem die Fahrer den Verkehr weiterhin im Blick behalten sollten.

Auch viele andere Unternehmen in der Auto- und Technologiebranche arbeiten an eigener Technik für autonomes Fahren. So schickt Google seit 2009 testweise selbstfahrende Autos auf die Straße, der Fahrdienst-Vermittler Uber probiert in der US-Stadt Pittsburgh Robotertaxis mit Passagieren an Bord aus. Diverse Autobauer kündigten selbstfahrende Autos für die Jahre 2020 bis 2022 an.

© SZ.de/dpa/vd/jps/harl

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