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E-Technik von Daimler und BMW:Schluss mit Ladekabeln

Ein BMW i3 an der Stromtankstelle

Ein BMW i3 an der Ladestation. In Zukunft soll das ohne Kabel möglich sein. Elektroautos könnten so in zwei Stunden aufgeladen werden.

(Foto: oh)

Das stundenlange umständliche Aufladen mit Kabeln gilt als einer der Gründe, weshalb sich Elektroautos nicht durchsetzen. Jetzt verkündeten Daimler und BMW, dass sie an einer einer gemeinsamen Ladetechnik arbeiten. Ganz ohne Kabel.

  • Daimler und BMW entwickeln gemeinsam eine Technologie für kabellose Ladestationen von Elektroautos.
  • Ziel sei es, eine Serienreife bereits in zwei bis drei Jahren zu erreichen.

Die Vorstellung jeden Tag das Auto umständlich per Ladekabel stundenlang in der heimischen Garage aufzuladen, gilt als großes Hindernis für die Elektromobilität. Tesla hatte aus diesem Grund vor kurzem angekündigt, seine Ladestationen auch allen anderen Elektroautos zur Verfügung zu stellen. Komfortabler wäre es, wenn sich batteriebetriebene Autos einfach durch das Abstellen auf dem richtigen Parkplatz aufladen ließen.

Genau solch eine Technologie entwickeln Daimler und BMW künftig gemeinsam - sie wollen in zwei bis drei Jahren kabellose Ladestationen von E-Autos zur Serienreife bringen. Die Automobilhersteller hätten sich auf den Einsatz einer einheitlichen Technologie zum induktiven Laden von Elektroautos und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen verständigt, teilte BMW in München mit. Das Projekt sei Teil der Einkaufskooperation, die bereits seit Jahren laufe, sagte ein Daimler-Sprecher in Stuttgart.

Technik, die nicht viel Platz braucht

Das System bestehe aus zwei Komponenten, heißt es in den Mitteilungen: Einer Spule im Fahrzeugboden sowie einer fest installierten Bodenplatte mit integrierter Spule, die unter dem Auto platziert wird, zum Beispiel in der Garage. Auf diese Weise soll das Laden von Elektrofahrzeugen ohne Kabel möglich werden. Das sogenannte induktive Laden kennt man bereits von Smartphones. Die Technik kann sehr kompakt untergebracht werden und die Bauweise sorgt für eine räumliche Begrenzung des entstehenden Magnetfelds.

Daimler testet die neue Technik zunächst an seiner S-Klasse. BMW setzt die Technologie in einem funktionsfähigen Prototyp für den BMW i8 ein. Hier betrage die Ladezeit bereits weniger als zwei Stunden. Neben dem kabellosen Aufladen sei ein weiteres Ziel der Zusammenarbeit die Realisierung möglichst kurzer Ladezeiten, um auch Fahrzeuge mit größerer Batteriekapazität schneller aufladen zu können. Zum Vergleich: Ein BMW i3 braucht am Haushaltsstrom etwa sechs bis acht Stunden, bis er voll aufgeladen ist, an AC-Schnellladestationen drei bis sechs Stunden.

© SZ.de/dpa/reek/kaeb
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