Deutschlands erstes Elektro-Taxi Ein Jahr lang auf Herz und Nieren testen

Der Unternehmer hatte schon lange die Idee, ein Elektrotaxi anzuschaffen, doch es gab auf dem Markt einfach keine passenden Fahrzeuge. "Manche Firmen wollten für uns normale Autos auf Strombetrieb umrüsten und versprachen das Blaue vom Himmel, aber da ist nie etwas draus geworden", berichtet Hess enttäuscht.

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Drei Räder sind genug

Viele Autohersteller erproben Stromer zwar, kaufen kann man sie aber nicht. Der Mitsubishi ist also eher eine Notlösung, um überhaupt in die Elektromobilität einzusteigen. Mit 35.000 Euro koste der Wagen rund 5000 Euro mehr als ein übliches Taxi mit Dieselmotor, rechnet Hess vor. Damit die umweltfreundliche Bilanz des Stromers auch aufgeht, bezieht die Taxizentrale ihren Strom von einem Anbieter, der auf regenerative Energien setzt.

Ohnehin erfüllen 90 der 380 Taxen, die an IsarFunk angeschlossen sind, das vom ADAC eingeführte Kriterium "Eco-Taxi". Zu den Voraussetzungen für das Siegel zählt ein CO2-Ausstoß von weniger als 140 Gramm pro Kilometer, ermittelt in einem speziellen Testverfahren. Nur wenige Autos wie der Toyota Prius oder der VW Touran mit Erdgasmotor und DSG-Getriebe schaffen die Kriterien.

Ausgerechnet der Mercedes E 200 NGT zum Beispiel, eigentlich das klassische Taxi mit Erdgasantrieb, erreicht schon laut Werksangabe nur einen CO2-Ausstoß von 149 Gramm pro Kilometer.

Ein Eco-Taxi kann auch telefonisch bestellt werden. Wenn man sich vorher registriert, läuft die Abwicklung in der Zentrale automatisch ab. "Wenn innerhalb von drei Minuten ein Eco-Taxi verfügbar ist, schicken wir es, ansonsten kommt ein normales Taxi", berichtet Christian Hess. Beim Fahrpreis gibt es keine Unterschiede.

Der i-MiEV mit Taxameter soll nun ein Jahr lang im Alltag auf Herz und Nieren geprüft werden. In China haben Elektrotaxis ihre Feuerprobe bereits bestanden: Der Konzern BYD testet seit 2010 in der südchinesischen Stadt Shenzhen 50 Taxen vom Typ E6.

Im ersten Jahr wurden damit insgesamt 2,77 Millionen Kilometer zurückgelegt. Im Vergleich zu Benzinern hätten die Stromer-Droschken monatlich umgerechnet 788 Euro Treibstoffkosten eingespart, heißt es bei BYD. Das Maximaltempo liegt bei 140 km/h.

Der Mitsubishi IMiEV von IsarFunk schafft 130 km/h. Das sollte sogar für die Autobahn ausreichen, meint auch Taxiunternehmer Yunus Kigozi. Manchmal allerdings könnte der Stromer dann doch zu langsam sein: "Wenn ein Fahrgast eine halbe Stunde vor dem Abflug zum Flughafen muss, müssen wir natürlich Vollgas geben", so Kigozi.

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