Autohändler Max Hoffman Traumwagen, die sonst nicht entstanden wären

Der BMW 507 wurde leider nur 251 mal verkauft.

(Foto: SOM)

"Maxie" Hoffman ist am Ziel. Sein Autohaus an der Park Avenue wird zur Fanmeile der Sportwagenszene. Mit dem 300 SL Flügeltürer, dem 190 SL, dem Porsche 356 Speedster und dem BMW 507 stehen gleich vier Traumwagen "Made in Germany" am Start, die allesamt seine Handschrift tragen und die ohne sein Engagement nicht entstanden wären.

Vor allem der Roadster aus München sorgt für Aufsehen, als Hoffman ihn Mitte Juni 1955 im New Yorker Nobelhotel Waldorf Astoria präsentiert. Nicht nur das Design ist atemberaubend, auch unter der schicken Karosserie hat BMW 507 einiges zu bieten. Zum Beispiel den weltweit ersten serienmäßigen Achtzylindermotor aus Aluminium; er leistet 150 PS und ermöglicht ein Spitzentempo von 220 km/h. Schneller war damals nur der Mercedes 300 SL, der 250 km/h schaffte. Vergleichbar sind beide Hoffman-Erfindungen aber nicht. Während der Mercedes ein abgeleiteter Rennwagen mit brüllend lautem Reihensechszylinder (215 PS) ist, erweist sich der BMW mit seinem V8-Motor eher als sanfter, alltagstauglicher Gleiter und Begleiter - genau der richtige Typ für Boulevards und Highways.

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Dass der Verkauf trotzdem nur schleppend läuft, hat vor allem zwei Gründe: Der BMW war zu teuer. Rund 9000 Dollar, das war damals selbst für die New Yorker Upperclass zu happig, zumal der Münchner Marke noch das Image als Hersteller von Luxusautos fehlte, für die man gerne ein paar Dollar mehr bezahlt. So fand der 507 nur insgesamt 251 Käufer; 1959 wurde seine Produktion wieder eingestellt.

Konkurrent Mercedes bringt es immerhin auf 1400 Exemplare des legendären Flügeltürers und schiebt 1957 - wieder auf Drängen Hoffmans - die offene Version nach, die bis 1963 insgesamt 1858-mal produziert wird. Vom kleinen 190 SL stellt man 25 881 Exemplare auf die Räder; die meisten davon liefert Mercedes an Maxie Hoffman in New York.

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Großes Vermächtnis

Mitte der 1960er-Jahre geht die Ära der großen deutschen Sportwagen langsam zu Ende und auch Hoffman schaltet einen Gang zurück. Er kündigt die meisten seiner Händlerverträge und widmet sich als Generalimporteur ausschließlich dem Verkauf von BMW-Modellen. 1975 zieht sich Hoffman aus dem Geschäftsleben zurück. Er ist jetzt 71 Jahre alt. Die Hoffman Motor Company verkauft er an BMW, um sich seiner umfangreichen Kunstsammlung widmen zu können. Viel Zeit bleibt ihm dafür nicht, bereits sechs Jahre später stirbt er in seinem Haus vor den Toren New Yorks.

Hoffmans Vermächtnis ist groß. Es sind Autos, die zu den schönsten der Welt zählen. Und zu den kostbarsten: Ein BMW 507, der vor einem halben Jahrhundert 26 500 Mark gekostet hatte, wechselte letztes Jahr bei einer Auktion für rund 2,4 Millionen Dollar den Besitzer.