Auto-Jubiläen - Teil 1: 1935 bis 1975Eine Göttin und viele andere Schönheiten

Allein dieser Spitzname! 1955 bringt Citroën die DS auf den Markt - und entfacht ungeahnte Begeisterung. Doch schauen Sie mal auf die anderen Jubilare wie die Isetta, das Goggomobil, Giulia, den 190 SL und den Porsche 912.

Von Thomas Harloff

60 Jahre BMW Isetta

BMW Mitte der Fünfzigerjahre: Vom einstigen Ruhm ist kaum noch etwas übrig. Die Firma baut nur noch Motorräder und die defizitäre Oberklasse-Modellreihe 501/502, besser bekannt als "Barockengel". Soll es wieder aufwärts gehen, muss BMW sein Portfolio ausweiten. Doch ein Auto kann sich im Nachkriegs-Deutschland kaum jemand leisten, zudem fehlt oft ein entsprechender Führerschein. Also entscheidet sich BMW dafür, ein Rollermobil anzubieten, das einerseits günstig ist und andererseits mit einem Zweiradführerschein gefahren werden kann.

Da Zeit und Geld für eine eigene Konstruktion fehlen, greift BMW auf das Modell Isetta des italienischen Motorradherstellers Iso Rivolta zurück und baut es von 1955 an in Lizenz. Dass ein Motorradmotor als Antriebsquelle dient, ist seinerzeit nichts Ungewöhnliches. Die Anordnung der Räder mit der viel kleineren Spurweite hinten dagegen schon. Immerhin hat die Isetta im Gegensatz zum italienischen Original vier und nicht nur drei Räder. Besonders eigenwillig ist der unorthodoxe Einstieg: per vorne angebrachter Tür, die samt Lenkrad zur Fahrerseite hin aufklappt. Kein Wunder, dass sie schnell als "Kühlschranktür" tituliert wird.

Spitznamen für die gut 2500 Mark teure und maximal 87 km/h schnelle Isetta gibt es zur Genüge. Je nach Sympathie heißt sie "Knutschkugel" oder "Asphaltblase". Die Verkaufszahlen stimmen - bis 1962 wird sie mehr als 160 000 mal produziert.

Linktipp: Die Bildstrecke mit den Auto-Jubiläen, Teil 2 (die Jahre 1975 bis 1990) finden Sie hier.

16. Januar 2015, 15:152015-01-16 15:15:29 © SZ.de/harl/reek/lala