Umweltstiftung WWF in der Kritik Streitfall Palmöl

Palmöl findet sich in den vielen Reinigungsmitteln und Kosmetika. Der Run auf das wertvolle Öl ging aber erst richtig los, seit die Europäer es als "regenerative" Energie aus Pflanzen entdeckten. In Kalimantan, dem indonesischen Teil von Borneo, werden Wälder gerodet - einst zur Holzproduktion, heute, um Palmölplantagen anzulegen.

Der WWF sehe es bereits als Verhandlungserfolg, wenn der weltweit größte Palmölkonzern Wilmar 300 000 Hektar abholzen darf - und im Gegenzug etwa zwei Prozent der Fläche als Schutzgebiet stehen lässt, kritisiert Huismann. Zudem sitzt der WWF gemeinsam mit Unilever, Bayer und der HSBC-Bank an einem Runden Tisch, der in einem Akt der Selbstverpflichtung Nachhaltigkeitszertifikate verteilt - diese wiederum legitimieren die Rodung von Wäldern, sofern es sich nicht um besonders schutzwürdige handelt.

Doch die gibt es kaum mehr. Auch weil niemand kontrolliert, ob sich die Unternehmen an ihre Standards halten, haben andere Umweltschutzorganisationen den Runden Tisch schnell wieder verlassen. Der WWF versichert, dort nur mitzumachen, um "Schlimmeres" zu verhindern. Doch wo ist der Erfolg? Ein lokaler Aktivist bilanziert: "Der WWF wäscht die Umweltsünden der Industrie grün - und nimmt auch noch Geld dafür."