Geschichte Ozeaniens Siedler rotteten Tausende Vogelarten aus

Eine flugunfähige Takahe aus Neuseeland. Anders als viele andere Vogelarten, die nach der Besiedlung der Pazifik-Inseln durch Menschen ausgestorben sind, hat diese Art überlebt.

(Foto: Tim Blackburn)

Der Mensch stellt schon sehr lange eine Bedrohung der Artenvielfalt dar. Als vor etwa 4000 Jahren Siedler begannen, die Inselwelt des Pazifik zu erschließen, geschah das offenbar auf Kosten zahlreicher Vogelarten.

Von Sebastian Herrmann

Für Vögel war die Ankunft der Siedler eine schlechte Nachricht. Als die ersten Menschen vor ungefähr 4000 Jahren die Inselwelt des Pazifiks besiedelten und sich etwa auf Hawaii oder Fiji niederließen, rotteten sie zahlreiche Vogelarten aus.

Das schließen Zoologen um Richard Duncan von der Universität Canberra aus der Analyse von Fossilien, die von 41 tropischen Pazifikinseln stammen (PNAS, online). Demnach verschwanden mindestens 160 Vogelarten kurz nach Ankunft der ersten Siedler.

Wenn man alle pazifischen Inseln in die Analyse einbeziehe, sagt der an der Studie beteiligte Zoologe Tim Blackburn, dann erhöhe sich die Zahl der ausgerotteten Vögel drastisch. Man müsse mit etwa 1300 Arten rechnen, die durch die Jagd und die Rodung von Wäldern einst ausgestorben sind, sagt der Forscher von der Zoological Society of London.

Zu den verschwundenen Vögeln zählen zum Beispiel die flugunfähigen Mao-Nalos von Hawaii - entenartige Vögel, die einst zu den größten Pflanzenfressern in der Tierwelt der Inselgruppe zählten.

Auch die bis zu 30 Kilogramm schweren Sylviornis neocaledoniae zählten zu den Opfern. Diese Vögel ähnelten Fasanen und lebten einst auf Neukaledonien http://de.wikipedia.org/wiki/Neukaledonien- bis die ersten Menschen kamen.