Wirtschaft kompakt Singapur erstaunt mit Mega-Wachstum

Um 32 Prozent hat die Wirtschaft in Singapur im ersten Quartal zugelegt. Außerdem: Das DIW empfiehlt der Regierung, die Steuern zu erhöhen.

Für Singapur geht es wieder aufwärts. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte nach der schweren Rezession in den ersten drei Monaten um 32 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu.

Im Vergleich zum ersten Quartal 2009 konnte die "Schweiz Asiens", wie Singapur auch genannt wird, 13,1 Prozent gutmachen, berichtete das Handelsministerium.

Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft um zwei Prozent geschrumpft. Die Regierung hob ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr deshalb von bis zu 6,5 auf bis zu neun Prozent.

Das verarbeitende Gewerbe legte in den ersten drei Monaten des Jahres das beste Ergebnis vor, mit den besonders starken Segmenten Halbleiter und Biomedizin: es wuchs um 139 Prozent im Vergleich zum vorherigen Quartal und um 30 Prozent im Jahresvergleich, wie das Ministerium des wohlhabenden Stadtstaats in Südostasien mitteilte.

Deutsche Wirtschaft wächst - aber nur schleppend

Die deutsche Wirtschaft erholt sich nach Einschätzung des DIW-Instituts langsam von der Rezession. In diesem Jahr werde die Konjunktur um 1,7 Prozent anziehen und im nächsten Jahr um 1,8 Prozent, erklärten die Berliner Forscher.

"Damit kommen wir nur mühsam aus der Krise heraus. Mit Blick auf die Finanzmärkte bleiben aber große Unsicherheiten", sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann.

Nach dem Ende des akuten Krisenmanagements sei nun wieder eine langfristig orientierte Wirtschaftspolitik gefragt: "Die größte Herausforderung wird es sein, angesichts der enorm gestiegenen Schuldenlast wieder politische Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen."

Zimmermann bezeichnete die Lage der öffentlichen Haushalte als desolat und sieht deshalb keinen Spielraum für Steuersenkungen. "Um die Haushalte zu konsolidieren werden wir vielmehr um Steuererhöhungen nicht herumkommen."

Zudem würden sich die Staatseinnahmen voraussichtlich sogar noch schlechter entwickeln als vor einigen Monaten prognostiziert. Etwa bei der Lohnsteuer erwartet das DIW 2010 Mindereinnahmen gegenüber den bisherigen Schätzungen von sieben Milliarden Euro.

Pleitegeier ruht sich aus

Der massive Anstieg bei den Firmenpleiten in Deutschland schwächt sich ab. Im Januar wurden 2547 Insolvenzen von Unternehmen gemeldet, das waren 4,2 Prozent mehr als im Januar 2009, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Im Dezember und November 2009 lag die Steigerungsrate allerdings noch bei 15,5 beziehungsweise 6,9 Prozent. Die offenen Forderungen der Gläubiger bezifferten die Amtsgerichte für den Januar 2010 ebenso wie im Vorjahresmonat auf 3,1 Milliarden Euro. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen lag im Januar um 4,6 Prozent über dem Vorjahresmonat. Insgesamt wurden 8265 Privatinsolvenzen gemeldet.

Medwedjew verlangt schnelle Aufnahme in die WTO

Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew hat einen "raschen Beitritt" seines Landes zur Welthandelsorganisation (WTO) gefordert. Der Prozess müsse "ohne Demütigungen oder neue Forderungen" vorangetrieben werden, sagte er in einer Rede vor der Denkfabrik Brookings Institution in Washington.

"Wir hätten schon lange in der WTO sein sollen", sagte Medwedjew. Der Beitritt Russlands sei aber politisiert worden. Russland strebt den Beitritt zur WTO seit 1993 an, die Verhandlungen gerieten jedoch immer wieder in die Sackgasse. Moskau kritisierte wiederholt, die Regierung in Washington blockiere das Vorhaben.

Nun sagte Medwedjew, er setze "sehr stark auf die Haltung der neuen US-Regierung, um den WTO-Beitritt voranzutreiben". Der russische Staatschef lobte in seiner Rede auch eine neue Atmosphäre in den Beziehungen zwischen den USA und Russland.

Die 1955 gegründete WTO soll den weltweiten Handel vorantreiben und liberalisieren. Sie hat 153 Mitglieder, Russland ist die größte Volkswirtschaft außerhalb des Bündnisses. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung in Moskau zwischenzeitlich verkündet, nicht mehr alleine der WTO beitreten zu wollen, sondern nur als Zollunion mit Weißrussland und Kasachstan. Darauf besteht das Land inzwischen nicht mehr.