Wirtschaft kompakt Siemens und RWE: Großprojekt auf hoher See

Siemens, RWE und die Stadtwerke München wollen für zwei Milliarden Euro einen riesigen Windpark vor der britischen Küste bauen. Ab 2014 werde die Anlage Strom für 400.000 Haushalte liefern, teilten die drei Unternehmen mit. Das Auftragsvolumen für Siemens liegt bei 1,2 Milliarden Euro.

Der Technologiekonzern werde in der Liverpool Bay auf einer Fläche von 79 Quadratkilometern insgesamt 160 Windturbinen errichten, ans Stromnetz anschließen und mindestens fünf Jahre lang warten. An dem Gemeinschaftsunternehmen zum Bau des Windparks Gwynt y Môr halten RWE 60 Prozent, die Stadtwerke München 30 Prozent und Siemens zehn Prozent.

Für den Bau der Anlagen 18 Kilometer vor der Küste kauft RWE ein Schiff für 100 Millionen Euro bei der koreanischen Daewoo-Werft. Ab 2013 sollen die ersten Windräder Strom ins Netz einspeisen, ab 2014 soll die fertige Anlage 1950 Gigawattstunden Strom im Jahr liefern.

Der Münchner Stadtwerke-Chef Kurt Mühlhäuser sagte: "Bis 2015 wollen wir soviel Ökostrom in eigenen Anlagen erzeugen, dass damit alle rund 800.000 Münchner Privathaushalte versorgt werden könnten. Bis 2025 wollen wir sogar den gesamten Münchner Strombedarf decken können und damit weltweit die erste Millionenstadt sein, die dieses ehrgeizige Ziel schafft." Für Siemens und RWE ist Gwynt y Môr der dritte gemeinsam errichtete Offshore-Windpark.