Ein Jahr nach der Ölpest will der britische Ölkonzern BP künftige Schadenersatzforderungen nicht mehr bezahlen: Die Natur und die Wirtschaft hätten sich von der Katastrophe ausreichend erholt, so der Konzern.
Der britische Ölkonzern BP will künftige Schadenersatzforderungen nach der Ölpest im Golf von Mexiko nicht mehr bezahlen. Die Natur und die Wirtschaft in den von der Ölpest betroffenen Regionen hätten sich erholt, argumentierte BP in einem Bericht an die Gulf Coast Claims Facility, die den Entschädigungsfonds für die Opfer der Ölkatastrophe verwaltet.
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Explosion auf der Ölplattform Deep Water im Golf von Mexiko im April 2010: BP ist der Ansicht, dass sich die Region erholt habe - und will künftige Entschädigungsleistungen zurückfahren. (© dpa)
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Die BP-Ölplattform "Deepwater Horizon" war im April 2010 explodiert und gesunken. Bei der Explosion der Bohrinsel kamen elf Arbeiter ums Leben, im Anschluss flossen Millionen Liter Erdöl ins Meer. Durch die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA wurden die US-Küste sowie wichtige Krabben- und Fischfang-Gewässer verschmutzt.
Ein Jahr später kommt der Konzern zu dem Ergebnis, jüngste Wirtschaftsdaten legten nahe, dass Einzelpersonen und Firmen einem materiellen Risiko künftiger Verluste nicht mehr ausgesetzt seien. Darüber hinaus hätten mittlerweile alle kommerziellen Fischereibetriebe wieder geöffnet, auch die Hotels der Region seien gut gebucht.
Bereits dokumentierte Verluste durch die Ölpest seien davon nicht betroffen, teilte BP mit - diese würden nach wie vor bezahlt werden. Der Verwalter des Entschädigungsfonds, Kenneth Feinberg, erklärte, die Argumente von BP würden berücksichtigt werden, er wollte sich aber nicht weiter zu dem Bericht äußern.
BP machte in dem Dokument jedoch auch klar, dass der Konzern "sich weiterhin verpflichtet fühlt, alle legitimen Ansprüche zu begleichen". Allerdings müsse der GCCF seine Bewertung künftiger Verluste überprüfen.
Es gebe "mehrere Stränge von Beweisen", die zeigten, dass die Erholung der Wirtschaft am Golf schon Ende 2010 eingesetzt habe und sich die positive Entwicklung 2011 fortgesetzt habe. Die Wirtschaft der Region sei "stark", und es gebe keine Grundlage anzunehmen, dass Antragsteller, "von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen", künftige Einbußen aufgrund der Ölpest befürchten müssten.
Der GCCF zahlte nach Angaben der US-Zeitung The Hill bislang mehr als 4,5 Milliarden Dollar an Geschädigte aus. Der Fonds hatte im August 2010 die Verwaltung der Ausgleichszahlungen übernommen. Das Programm soll bis 2013 laufen. Nach dem Untergang der von BP geleasten Ölplattform "Deepwater Horizon" im April 2010 waren 780 Millionen Liter Rohöl in den Golf gelaufen, mehr als 1000 Kilometer Küste waren betroffen. Es war die schlimmste Ölpest der US-Geschichte.
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(sueddeutsche.de/dpa/feko)
Das Öl ist nicht weg und die Schäden sind noch nicht abschließend zu beurteilen.