Finanzkrise Der Euro ist die beste Währung für Europa

Der Euro steht am Abgrund. Aber ist diese Währung überhaupt die beste? Die ehrliche Antwort darauf lautet: ja. Beim EU-Gipfel am Donnerstag müssen Europas Politiker den Steuerzahlern endlich jene Frage zumuten, die sie ihnen zu lange nicht gestellt haben: Wie viel bist du bereit, für den Erhalt der Währung zu zahlen?

Ein Kommentar von Alexander Hagelüken

Manchmal ballen sich die Ereignisse so, dass die Menschen die Dramatik fast schon physisch spüren. Das Nachrichtenmenü um den Euro bietet diese Woche spanische Banken, denen ein schlechteres Rating verpasst wird, obwohl ihnen Milliarden versprochen wurden. Es führt Zypern auf, das als fünftes Land unter den Rettungsschirm geht. Und der als Fachmann gepriesene griechische Finanzminister Rapanos tritt sein Amt gar nicht an, weil er krank ist - oder weil ihn womöglich die alte Garde blockiert.

Das sind die Nachrichten, und die Woche hat erst begonnen. Sie endet mit einem Gipfeltreffen in Brüssel, auf dem allen bewusst ist: Ja, es geht um das Schicksal des Euro. Nachdem das viertgrößte Euro-Mitglied Spanien dreimal so hohe Zinsen für seine Schulden bezahlen muss wie noch vor einem Monat, wird zur bohrenden Gewissheit, dass es so nicht weitergehen kann in Euro-Land.

Politiker drücken sich gern vor Antworten auf die großen Fragen, weil sie so risikobehaftet sind. Die Euro-Frage aber müssen die Politiker nun beantworten, bevor sie sich von selbst erledigt, weil Europas Währung kollabiert: Wie viel bist du bereit, für den Erhalt der Währung zu zahlen?

Die Politiker müssen die Frage ehrlich beantworten, weil Bürger und Investoren merken, dass alle bisherigen Antworten das Problem nur verschleppt haben. Die ehrliche Antwort lautet: Wenn Europas starker Westen und Norden den Euro wollen, dann müssen sie dafür mehr bezahlen. Es wird teuer, nicht nur für die deutschen Steuerzahler. Zumindest müssen diese Wohlstandsregionen in Europa höhere Risiken auf sich nehmen zugunsten der angeschlagenen Staaten.

Zuvor müssen die Steuerzahler freilich die Frage beantworten, ob sie den Euro behalten möchten. Ist diese Währung für sie überhaupt die beste?

Was von der Hoffnung übrig bleibt

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