Renten- und Krankenversicherung Gutverdiener müssen mehr in Sozialkassen zahlen

Wer mehr verdient, soll auch mehr Geld hinlegen. Besserverdiener müssen 2012 höhere Beiträge für ihre Rente sowie die Absicherung gegen Krankheit und Arbeitslosigkeit zahlen: Die Regierung hebt die Bemessungsgrenzen an. Zugleich könnte eine andere Änderung Bürger mit hohem Einkommen bei der Rentenversicherung entlasten.

Von Thomas Öchsner

Besserverdiener müssen im nächsten Jahr gut 21 Euro mehr pro Monat in die Sozialkassen einzahlen. Für ihre Arbeitgeber fällt der gleiche Zusatzbetrag an. Denn auch 2012 steigen wieder die Einkommensgrenzen für die Sozialbeiträge.

Aus dem Regierungsentwurf für die Anpassung der Bemessungsgrößen in der Kranken- , Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung geht hervor, dass sich in der Kranken- und Pflegeversicherung die Bemessungsgrenze um 112,50 Euro auf 3825 Euro bundesweit erhöht.

Bleibt es bei einem Beitrag von 15,5 (Gesundheit) und 1,95 Prozent (Pflege), führt dies zu einer Mehrbelastung von knapp 20 Euro beziehungsweise jeweils nahezu zehn Euro für den Versicherten und seinen Arbeitgeber. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt die künftige Beitragsbemessungsgrenze 5600 statt 5500 Euro pro Monat. Dieser Betrag gilt aber nur für Westdeutschland. Die Zusatzkosten belaufen sich auf maximal 22,90 Euro, von denen wiederum die Hälfte der Arbeitgeber bezahlt. In den neuen Bundesländern erhöht sich die Beitragslast nicht, weil die Bemessungsgrenze unverändert bleibt.

Alles zusammengerechnet müssen Arbeitnehmer im Westen, die mit ihrem Verdienst oberhalb der alten Grenzwerte liegen, damit mehr als 21 Euro zusätzlich zahlen. Derzeit wird aber über einen geringeren Rentenbeitrag diskutiert. Dieser beläuft sich auf 19,9 Prozent. Im Gespräch ist eine Senkung auf mindestens 19,6 Prozent. Dies würde einen Besserverdiener mit einem Gehalt von mindestens 5600 Euro und seinen Arbeitgeber um jeweils 8,40 Euro im Monat entlasten.

Die jährliche Neuberechnung der Beitragsbemessungsgrenzen orientiert sich an der Veränderung der Bruttolöhne und Gehälter je Arbeitnehmer im Vorjahr. Diese waren 2010 um gut zwei Prozent gestiegen.