Absatzkrise Opel führt im September Kurzarbeit ein

Weil zu wenige Menschen Autos von Opel kaufen, stimmt der Betriebsrat einem drastischen Schritt zu: Von September an gehen die Angestellten teilweise in Kurzarbeit. Das betrifft 9000 Arbeiter in Rüsselsheim und Kaiserslautern. Anders lässt sich die dramatische Absatzkrise nicht mehr bewältigen.

Zu wenig Aufträge bedeuten weniger Arbeit: Der angeschlagene Autohersteller Opel führt am Standort Rüsselsheim und im Komponentenwerk Kaiserslautern ab September Kurzarbeit ein. Eine entsprechende Vereinbarung hat das Unternehmen mit Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall getroffen. Bis zum Jahresende werde an insgesamt 20 Tagen kürzer gearbeitet.

Opel beschäftigt am Stammsitz Rüsselsheim etwa 13.000 Menschen, in Kaiserslautern arbeiten etwa 2500 von ihnen. Die Rückgänge in der Produktion der deutschen Werke konnten bisher durch Arbeitszeitkonten aufgefangen werden. Das reicht nun nicht mehr.

In Rüsselsheim sind von der Kurzarbeit 3500 Mitarbeiter in der Produktion und 3300 in der Verwaltung betroffen. Im Werk Kaiserslautern müssen 2500 Beschäftigte in die Kurzarbeit. Für die Mitarbeiter im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim gilt die Regel nicht.

Hintergrund der Entscheidung ist die Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt. Sie trifft Opel härter als die Konkurrenz. Von April bis Juni dieses Jahres hat der Autohersteller einen Verlust von 361 Millionen Euro eingefahren. Laut Kraftfahrt-Bundesamt sind die Neuzulassungen von Opel-Autos in Deutschland im ersten Halbjahr 2012 um 9,3 Prozent zurückgegangen. Immer weiter schrumpft der Marktanteil, immer höher werden die Verluste, die in Rüsselsheim von Quartal zu Quartal angehäuft werden.

In den vergangenen Monaten gab es regelmäßig Gerüchte um Werksschließungen. Besonders der Standort Bochum, hieß es, stehe zur Disposition. Stets wurden die Gerüchte von Unternehmensseite dementiert: Der bis 2016 gültige Sanierungsplan werde nicht angetastet.

Auch im Management gab es Umwälzungen: Vorstandschef Stracke musste im Juli zurücktreten, es kam Strategievorstand Thomas Sedran, der das Unternehmen übergangsweise führen soll.