Abgas-Manipulationen bei Audi "Hört auf mit dem Pipi!"

Wenn die Ingenieure bei Audi aufbegehrten, gab man ihnen zu verstehen, dass sie Ruhe geben sollen.

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Neue Dokumente zeigen, wie die Audi AG über die Abgasreinigung mit Harnstoff auf die schiefe Bahn geriet. Sie erzählen von Gier, Gehorsam und Realitätsverweigerung in einem ehemaligen Vorzeigekonzern.

Von Hans Leyendecker, Georg Mascolo, Klaus Ott und Nicolas Richter

Die Audi AG, die sich gern ihres "Vorsprungs durch Technik" rühmt, hat das Dieseldesaster von heute vorhergesehen - vor genau sieben Jahren.

Damals macht man sich im Konzern Sorgen wegen der aufkommenden Debatte über Schadstoffe in den Innenstädten. Von "akutem Handlungsdruck" ist in einem internen Papier die Rede. In mehreren Präsentationen beschäftigt man sich mit dem Stuttgarter Neckartor, das berüchtigt ist für seine schlechte Luft. Audi-Experten listen auf, wie oft an der sechsspurigen Haupteinfallstraße der Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO₂) überschritten ...