Umworbener Angreifer Robert Lewandowski Turin? England? Es gibt viele Möglichkeiten

Fest steht: Wenn der FC Bayern Lewandowski im Sommer verpflichten will, wäre da noch die Frage zu lösen, wie der Pole aus seinem bis 2014 geltenden Vertrag herauskäme. Bild spekuliert bereits mit 30 Millionen Euro Ablöse. Praktisch dürfte es aber so sein, dass Dortmund seinem Stürmer keine Freigabe für den größten direkten Liga-Konkurrenten erteilen dürfte. Nicht einmal für 30 Millionen. Fest steht auch: Wenn der FC Bayern Lewandowski tatsächlich aus seinem laufenden Vertrag in Dortmund kaufen will, wird er spätestens zum Saisonende aus der Deckung kommen und beim BVB eine Aufwartung machen müssen. Manchester hat das im letzten Jahr getan und ist mit seinem Gebot von 25 Millionen Pfund abgeblitzt. Alex Ferguson holte dann Robin van Persie vom FC Arsenal.

Wohin führt sein Weg? BVB-Stürmer Robert Lewandowski. 

(Foto: dpa)

Für den FC Bayern könnte es eine weitere Demütigung werden, wenn Dortmund, wie es Insidern den Anschein macht, ein öffentliches Angebot ablehnen würde. Der BVB könnte stattdessen einem ausländischen Gebot zustimmen, etwa von Juventus Turin oder aus der englischen Premier League. Watzke hatte schon früher ernsthaft betont: "Es kann für uns unter Umständen viel mehr Sinn machen, mit Robert noch ein Jahr, also bis zum Vertragsende zu spielen und mit ihm viel Geld in der Champions League zu verdienen."

Der BVB hat in der jetzt laufenden Saison bereits jetzt um die 40 Millionen Euro eingenommen - Ende offen. Wenige Tage vor dem DFB-Pokalhit zwischen den Bayern und Dortmund wird die Borussia KG auf Aktien außerdem ihr Halbjahresergebnis bekannt geben. Wie man aus dem Umfeld hört, sollen dabei ähnliche Rekordgewinne publiziert werden, wie sie das börsennotierte Fußball-Unternehmen bereits im letzten Herbst mit einem 34-Millionen-Überschuss verkünden konnte. Fest steht also: Dortmund ist auf Ablöse-Millionen für Lewandowski nicht angewiesen und könnte trotzdem am Transfermarkt einen Starstürmer als Ersatz holen. Vielleicht erst 2014 - je nachdem.

Diese Situation eines zwar nicht ebenbürtigen, aber finanziell unabhängigen Kontrahenten im eigenen Land hat der FC Bayern bisher noch nicht kennengelernt. Lewandowski selbst versuchte sich am Mittwoch in beruhigenden Worten: Vor dem Sommer werde nichts entschieden. Er wolle sich auf Dortmund konzentrieren.

Gut möglich, dass den Zauberlehrlingen das Internet aus den Händen geglitten ist. Die juristischen und wirtschaftlichen Realitäten geben Dortmund einen langen Hebel in die Hand. Wenn der BVB es will, spielt Lewandowski bis Sommer 2014 in Schwarzgelb. Der ohnehin nur mäßigen Beliebtheit des Torjägers in der Mannschaft wird das Twittern im Karton nicht gerade nützen. Die Mehrzahl seiner Teamkameraden nimmt "Lewi" als Torjäger, mehr nicht. "Wenn er geht", sagt einer seiner Mitspieler, "macht eben ein anderer die Tore."