Sonntagsspiele der Bundesliga Gladbach tastet sich heran, Frankfurt taumelt

Freude und hängende Köpfe: Während Gladbachs Spieler den Treffer zum 1:0 feiern, ärgert sich Hannovers Christian Pander. 

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Wichtiger Sieg im Mittelmaß-Duell: Mönchengladbach gewinnt 1:0 gegen Hannover und schiebt sich in der Tabelle wieder in Richtung Europapokal-Plätze. Frankfurt erlebt beim 1:2 gegen Stuttgart die nächste Enttäuschung. Trotz zwischenzeitlicher Führung agieren die Hessen zu unsicher.

Es war ein Spiel zweier Teams im Niemandsland. Neunter gegen Zehnter, das sind die Begegnungen, auf die in der Bundesliga niemand so richtig gespannt wartet. Doch das wird Borussia Mönchengladbach letztlich egal sein, denn die Niederrheiner durften sich am Ende über einen knappen Sieg freuen. Die Borussia kann nach einem verdienten Erfolg über Hannover 96 wieder auf den Qualifikationsrang zur Champions League schielen. Die Elf von Trainer Lucien Favre setzte sich am Sonntagabend mit 1:0 (1:0) durch und kletterten in der Tabelle auf den siebten Rang - zur viertplatzierten Frankfurter Eintracht fehlt dem Team von Trainer Lucien Favre nur noch ein Punkt.

Luuk de Jong erzielte vor 46.173 Zuschauern das Tor des Abends (36. Minute). Die "Fohlen" bleiben daheim eine Klasse für sich: Durch den Erfolg gegen den direkten Konkurrenten ist die Borussia seit neun Pflichtspielen vor heimischen Rängen unbesiegt. Hannovers kassierte in seinen Ambitionen auf eine erneute Teilnahme in der Europa League dagegen einen Dämpfer. Die ersatzgeschwächten Niedersachsen bleiben im Klassement auf dem zehnten Platz. In der 86. Minute sah Hannovers Sergio da Silva Pinto nach einer provozierenden Geste gegen Schiedsrichter Manuel Gräfe seine zweite Gelbe Karte und musste vorzeitig vom Feld.

Ein fußballerisches Großspektakel war das Duell der jüngst in der Europa League ausgeschiedenen Teams nicht. Das lag vor allem an den sehr defensiv ausgerichteten Niedersachsen, die als schlechtestes Auswärtsteam nun seit elf Partien in der Fremde auf einen Sieg warten. Dicht gestaffelt schienen die Gäste vor allem allem Konter zu lauern, strahlten dabei aber kaum Gefahr aus. Mönchengladbach war in erster Linie über die rechte Seite engagiert, aber selten zwingend. Nach einer guten halben Stunde belohnten sich die Gastgeber für ihr Bemühen, Ausgangspunkt des Führungstreffer war der mal wieder auffälligste Gladbacher Patrick Herrmann.

Mit dem Außenrist chippte der Mittelfeld-Flitzer den Ball an vier Hannoveranern vorbei in den Strafraum, de Jong war zur Stelle und bezwang Schlussmann Ron-Robert Zieler. Der Niederländer durfte über sein fünftes Saisontor jubeln. "Wir haben den Ball eigentlich sicher und attackieren nicht", schimpfte Hannovers Geschäftsführer Jörg Schmadtke in der Halbzeit ins Sky-Mikrofon. Mit dem abwartenden und wenig offensiven Auftreten seiner Spieler war er nicht einverstanden. "Mir fehlt die letzte Überzeugung", analysierte Schmadtke.

Dabei hätte Sebastien Pocognoli kurz vor dem Seitenwechsel die Stimmung des Managers aufhellen können, sein Fernschuss landete aber auf der Querlatte (45.). Mirko Slomka war nicht zu beneiden: Gleich neun Spieler fehlten dem 96-Coach, deshalb musste er auch gezwungenermaßen auf dieselbe Aufstellung wie beim 0:0 zuletzt gegen Frankfurt zurückgreifen. Das war der einzige nennenswerte Angriff der Gäste im ersten Durchgang, bei dem Gladbachs Schlussmann Marc-André ter Stegen vor Schwierigkeiten gestellt wurde. Das Match war auch ein Duell zwischen den beiden DFB-Nachwuchskräften im Tor.

Derzeit hat Zieler im Kampf um die Nummer drei hinter dem Top-Duo Manuel Neuer und René Adler "die Nasenspitze vorne", wie Bundestrainer Joachim Löw findet. Zieler wurde für die beiden Spiele gegen Kasachstan in den Kader berufen. Beim 0:1 war der 24-Jährige kurz weggerutscht und chancenlos, doch schon davor hatte er gegen de Jong (20.) und bei einem Schuss von Thorben Marx (27.) die Oberhand behalten. Nach dem Seitenwechsel hätte Herrmann für die Vorentscheidung sorgen können, schlenzte den Ball aber freistehend am Tor vorbei (55.).