Schalke und der Gazprom-Vertrag "Gutes Verhältnis zu Putin"

Umstrittener Trikotsponsor: Klaas-Jan Huntelaar im Schalker Leibchen

(Foto: AFP)

Die Kritik an Schalkes Sponsoren-Vertrag mit Gazprom wird lauter, doch Vereins-Boss Clemens Tönnies sieht darin kein Problem. Das russische Unternehmen sei ein zuverlässiger Partner - und der Sport solle sich komplett aus der Weltpolitik heraushalten.

Bereits seit einigen Tagen gibt es Kritik am FC Schalke 04 - wegen seines Trikotsponsors Gazprom. Der Bundesligist hat nun noch einmal bestätigt, die Zusammenarbeit mit Gazprom trotz des Widerstandes fortzusetzen. "Ich sehe da überhaupt kein Problem, für mich ist da null Komma null zu beanstanden. Gazprom ist ein starker und zuverlässiger Partner, dem das Wohlergehen von Schalke am Herzen liegt", sagte Clemens Tönnies, Vorstandsvorsitzender des Revierclubs, der Bild.

Nach Meinung des Unternehmers soll "der Sport grundsätzlich aus der Weltpolitik herausgehalten" werden. "Ich finde, dass beispielsweise Olympia-Boykotte nie wirklich etwas bewirkt haben", kommentierte Tönnies.

Die Schalker hatten bereits in der Vorwoche Forderungen des FDP-Europapolitikers Alexander Graf Lambsdorff nach einem Verzicht auf das Logo des russischen Energiekonzerns zurückgewiesen. Dazu hatte Lambsdorff den Verein angesichts des russischen Vorgehens auf der Krim aufgefordert. Sein gutes und freundschaftliches Verhältnis zu Präsident Wladimir Putin will Tönnies trotz der Krim-Krise nicht überdenken: "Ich bin kein Weltpolitiker. Aber wir freuen uns, wenn wir uns sehen. Er erkundigt sich dann auch immer nach Schalke. Wir haben ein gutes Verhältnis - dazu stehe ich." Auch einige Fans hatten Anfang März den Vertrag mit Gazprom heftig kritisiert.