Real Madrid spielt nur 1:1 gegen ManU Tapfere Briten im Bernabéu

Mit dem Kopf zum 1:1: Cristiano Ronaldo erzielte gegen ManU den Ausgleich. 

(Foto: AFP)

Cristiano Ronaldo trifft gegen seinen alten Klub - doch für Real Madrid reicht es nur zu einem Remis gegen Manchester United. Die Spanier haben gegen kämpfende Engländer die besseren Chancen, verpassen es aber, mehr aus ihrer Überlegenheit zu machen. Damit droht den Madrilenen nun das Aus.

Es war ein Spiel, um das sich hohe Erwartungen gerankt hatten - Real Madrid gegen Manchester United, so könnte in der Champions League gut und gerne auch ein Halbfinale lauten. Doch an diesem Abend ging es erst einmal nur um das Hinspiel im Achtelfinale. Klar, dass einer besonders motiviert war: Cristiano Ronaldo, der einst in Manchester der Liebling der Fans war und mittlerweile in Madrid schön aussieht und oft ins Tor trifft. Der Portugiese traf dann sogar gegen seinen alten Verein, doch es reichte für die Spanier nicht zum Sieg.

Real droht nach einem enttäuschenden 1:1 (1:1) nun das Aus im Achtelfinale. Der königliche Klub mit den deutschen Nationalspielern Mesut Özil und Sami Khedira kam im eigenen Stadion trotz drückender Überlegenheit nicht über ein Remis hinaus. Damit reicht dem Tabellenführer der englischen Premier League im Rückspiel am 5. März in Manchester schon ein 0:0 zum Einzug in das Viertelfinale.

In einer von Anfang an temporeichen und hochklassigen Begegnung unter der Leitung des deutschen Schiedsrichters Felix Brych (München) brachte Danny Welbeck die Gäste per Kopf in Führung (20. Minute). Dann folgte der große Auftritt von Ronaldo: Der Stürmer glich ebenfalls mit dem Kopf zum 1:1 aus (30.) und verzichtete ganz großmütig auf ausufernden Torjubel, um seine früheren Kollegen nicht zu kränken. Mit seinem siebten Treffer in der laufenden Champions-League-Saison übernahm er damit die alleinige Führung in der Königsklassen-Torschützenliste.

"Das ist das Spiel, auf das die Welt wartet", hatte Real-Coach José Mourinho vor dem brisanten Duell mit seinem Trainerkollegen Sir Alex Ferguson gesagt - und er sollte zumindest anfangs recht behalten. Beide Teams starteten mit hohem Tempo und großer Offensivfreude in die Begegnung. Vor allem Real agierte hochmotiviert. Die Meisterschaft in Spanien ist angesichts des 16-Punkte-Rückstands auf den FC Barcelona abgehakt. Umso wichtiger wäre für die Königlichen ein Coup in der europäischen Meisterklasse.

Vor seinem Treffer hatte Cristiano Ronaldo bereits das 1:1 auf dem Fuß. Bei einem Freistoß scheiterte er zunächst an der Mauer, den Abpraller nahm er direkt wieder auf und verzog nur ganz knapp. Zwei Minuten später aber stieg er nach einer Flanke von Angel di Maria mustergültig in die Luft und ließ ManUnited-Torwart David de Gea keine Chance. Chancen bekamen die Zuschauer nun auf beiden Seiten zu sehen. Walbeck verpasste nach einem Fehler von Iker-Casillas-Stellvertreter Diego Lopez (34.), Özil scheiterte im anderen Strafraum an de Gea (38.).

Wegen seiner gebrochenen linken Hand verpasst Casillas auch das Rückspiel in drei Wochen. Auch nach dem Wechsel blieb Real das dominierende Team, ging aber zu nachlässig mit den Torchancen um. Ronaldo (49.) und di Maria (52.) scheiterten an de Gea. Robin van Persie hätte beinahe den Spielverlauf auf den Kopf gestellt, traf aber nur die Latte (72.). Ronaldos Freistoß ging knapp drüber (85.) - der verdiente Siegtreffer für die überlegenen Gastgeber wollte einfach nicht mehr fallen.