DFB-Chef Zwanziger gerät im absurden Machtkampf mit seinem Vize Koch unter Druck. Streitpunkt ist ein Gespräch zwischen Koch und Ex-Schiedsrichter Amerell. Fand das letztlich sogar in Zwanzigers Auftrag statt? Nun wird sich der DFB-Chef äußern müssen.
Dafür, dass Theo Zwanziger schon vergangene Woche mitgeteilt hat, die Steuer-Ermittlungen gegen zwei Dutzend DFB-Schiedsrichter belasteten ihn kaum, weil am Ende ja sowieso "eher weniger oder überhaupt nichts herauskommen" werde - dafür haben sich die Dinge gewaltig zugespitzt. Nicht zuletzt für den DFB-Präsidenten selbst.
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Rainer Koch nennt im Streit mit DFB-Boss Theo Zwanziger erstmals Details. (© dpa)
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Am Freitag hatte Zwanziger gleich 41 Erst- und Zweitliga-Schiedsrichter in die DFB-Zentrale nach Frankfurt geladen, um sie zu Sensibilität beim Thema Steuer anzuhalten - und um umfassende Aufklärung anzukündigen. Und die scheint nötig zu sein, denn die Affäre weitet sich aus. Wie zeitgleich zu dem Treffen bekannt wurde, hat neben dem Weltverband Fifa offenbar auch die Europäische Fußball-Union Uefa Honorare für deutsche Referees auf Schwarzgeldkonten im Ausland überwiesen.
Laut Spiegel Online gehen die Steuerfahnder sogar davon aus, dass die Dachverbände "die Idee" dazu "verbreitet und aktiv gefördert haben"; die Ermittler werten das Vorgehen dem Bericht zufolge als "Beihilfe zur Steuerhinterziehung". Die Ethik- und Compliance-Richtlinien, die sich die Uefa und Fifa selbst auferlegt haben, wären dann wieder mal das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.
Was Theo Zwanziger angeht, dürfte es allerdings ein anderer Teil der Affäre sein, der ihn derzeit beschäftigt: der inzwischen fast absurd anmutende Machtkampf mit seinem Vizepräsidenten Rainer Koch. Auf diesem Feld geht es für den DFB-Präsidenten nun um Aufklärung in eigener Sache.
Anfang der Woche hatte Zwanziger den süddeutschen Verbandschef Koch per DFB-Pressemitteilung öffentlich angegriffen, weil dieser sich - angeblich völlig unabgesprochen - mit dem ehemaligen Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell getroffen hatte. Amerell ist eine Schlüsselfigur in der Affäre: Er hat die Steuerermittlungen mit einem Tipp an die Behörden ausgelöst. Er gilt aber vor allem wegen einer 2009 ruchbar gewordenen Affäre mit dem Schiedsrichter Michael Kempter - und den daraus folgenden Rechtsstreitigkeiten mit dem DFB - als rotes Tuch.
Am Freitag nun willigte Amerell überraschend ein, an einem Mediationsverfahren durch den evangelischen Bischof Wolfgang Huber teilzunehmen. Es ist die erste Annäherung an Zwanzigers Verband seit fast zwei Jahren - was Amerell aber ausdrücklich nicht als Erfolg für Zwanziger verstanden haben will. Sondern für Koch.
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Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
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der DFB ist schon ein Intrigantenstadl. Besonders der Obermufti ist anscheinend mit allen Wassern gewaschen.
Das der liebe Theo eine ganze andere, nicht so liebe Seite hat, dürfte nach den letzen Jahren klar sein. Ich finds gar nicht schlecht, das Amarell seinen Privatfeldzug gegen den DFB führt. Hat stehts einen hohen Unterhaltsungswert.
Im DFB gibt es Sprechverbote.
Wie im Gefängnis.