Es blieb trotzdem ein zweideutiges Bekenntnis zum DFB, zumal Sammer beim ehrenwerten Versuch, nicht zu schwindeln, ein, zwei lustige Formulierungen unterliefen. "Keine Frage, dass man von der Sache was gehört hat", sagte er einmal. Außerdem setzte Sammer sein Bekenntnis zum DFB ausdrücklich unter zeitlichen Vorbehalt.
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Nicht immer einer Meinung: Das Kompetenzgerangel zwischen Sammer (li.) und dem Team Bierhoff/Löw ist längst nicht zu Ende. (© ag.rtr)
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Er wählte die Formulierung "Stand heute", was - von der Logik her - ausdrücklich die Möglichkeit offenhält, dass der Stand am Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag schon ein ganz anderer sein könnte. Was bedeutet: nach der Sitzung des Aufsichtsrates, die auch für Bernd Hoffmann der maßgebende Orientierungspunkt ist.
Der Vorstandschef verwies auf die Formalien, als er am Rande des Neujahrsempfangs der Deutschen Fußball-Liga am Montag auf die Angelegenheit angesprochen wurde. "Das ist ausschließlich Sache des Aufsichtsrates", sagte er. Aus jenem Aufsichtsrat war zuletzt Unzufriedenheit mit der Arbeit des Amtsinhabers Bastian Reinhardt laut geworden. Reinhardt, eher unversehens in die Verantwortung des Sportchefs gelangt, muss sich vorhalten lassen, dass ihm die Erfahrung fehlt.
Wie die weiteren Beteiligten, so hat es am Montag auch der Bundestrainer vorgezogen, in keiner Weise eingeweiht zu sein in die Personaldebatten bei seinem Arbeitgeber. "Von einem Weggang können wir sicher nicht sprechen", sagte Löw, Sammer habe ihm auch nichts über einen Wechsel zum HSV gesagt. Auch dies ein lustiges Dementi: Löw und Sammer pflegen ohnehin keinen Kontakt. Immerhin spielt Löw eine tragende Rolle in der komplexen Geschichte, denn die unfriedliche Koexistenz zwischen dem Sportdirektor Sammer und der Abteilung Nationalelf, namentlich den Akteuren Löw und Oliver Bierhoff, ist ja inzwischen Tradition beim DFB.
Der nächste Clash der Kulturen steht bevor, wenn die weitere Zusammenarbeit mit U21-Trainer Rainer Adrion zur Sprache kommt. Adrions Vertrag läuft im Sommer aus, Sammer hätte ihn wegen Erfolglosigkeit ausgetauscht, wenn es nach ihm gegangen wäre. Aber es geht ja nicht nach ihm. Die lange Zeit umkämpfte U 21 ist Löws Hoheitsgebiet, und Löw fordert eine Vertragsverlängerung mit Adrion.
Auch diese leidige Debatte könnte Sammers Abschied forcieren. Gerüchte, wonach er den DFB-Juniorentrainer Horst Hrubesch als Cheftrainer mit zum HSV nehmen könnte, wurden glaubhaft dementiert. Dass Hrubesch eine andere Rolle beim HSV bekommen könnte, wurde nicht dementiert.
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(SZ vom 18.01.2011/jbe)
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Sammer gehört zu den leider immer noch in Deutschland weit verbreiteten autoritären Trainern. Mit Autorität und Druck kann man einiges leisten. Mehr aber kann man mit freundschaftlicher Haltung zu den Spielern, mit Teamfähigkeit, als charakterliches Vorbild und natürlich auch mit langer Erfahrung als guter Spieler in höchster Liga erreichen. Beispiele hierfür sind Herberger, Beckenbauer und Allofs. All dieses hat Sammer nicht zu bieten. Es wäre schade, wenn Sammer die Gelegenheit erhielte, den sympatischen Traditionsverein HSV zu ruinieren.
Geht Sammer zum HSV, wäre das ein riesen Verlust für den DFB. Im Grunde genommen ist er der einzige bei dem Haufen, der was auf dem Kasten hat.
Humbug.
Sammer leistet gute Arbeit beim DFB.
Leider sehen viele nur Löw und erkennen nicht, dass dessen 'Erfolg' nur durch Sammers Leistung möglich war.
Egal. Sammer wird bestimmt die richtige Entscheidung treffen. Da mache ich mir keine Sorgen.
Als HSV würde ich diesen Herrn nicht nehmen.
Am nachhaltigsten blieb er mir vor dem Halbfinalspiel WM 2006 D - ITA (0:2) in Erinnerung, als er sich vor dem Spiel via TV über die "schwachen" Italiener lustig machen wollte ("Was, diese Italiener wollen UNS (!) schlagen...?").
Nie hat mir eine deutsche Niederlage mehr gefallen.
Vermutlich wollte Sammer sein Scheitern bei Inter Mailand rächen. Soweit ich weiß, wurde er bereits nach einem halben Jahr dort abgegeben. Gewogen und zu leicht befunden, wie man sagte.
Wenn Herr Sammer also denn zu uns nach Hamburg kommt, soll er es doch bitte unterlassen, in einer Viertelstunde dreißig Mal "Konstellation" zu sagen.
Er weiß anscheinend nicht, was das Wort bedeutet, und geht den Leuten damit ganz schön auf die Nerven.
Paging