Van Nistelrooy, Robben, Ribéry: Warum sich die Bundesliga über so viele Superstars wie schon lange nicht mehr freuen darf - und warum demnächst weitere folgen.
Adam Szalai gilt nicht. Er ist kein Weltstar, kein Superstar, nicht mal ein Kracher. Das sind - in absteigender Reihenfolge - jene drei Gewichtsklassen, die die Bundesliga für Spieler eingeführt hat, auf die sie stolz ist. Adam Szalai kommt zwar von Real Madrid, wo er es auf 52 Spiele und 17 Tore brachte, aber er gilt derzeit allenfalls als Kracherchen. Seine 17 Tore erzielte er fürs Reals zweite Mannschaft, in Spaniens dritthöchster Spielklasse. Und stolz ist derzeit nicht die Bundesliga auf ihn, sondern der FSV Mainz 05. Für den hat Szalai am Wochenende ein wunderschönes Tor vorbereitet, aber das hat leider niemand bemerkt.
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Ruud van Nistelrooy begeisterte mit seinen zwei Treffern gegen Stuttgarter nicht nur HSV-Fans. (© Foto: Reuters)
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Am Wochenende war die Liga damit ausgelastet, stolz auf Ruud van Nistelrooy zu sein. Der ist laut Branchen-Terminologie mindestens ein Weltstar - wobei er von einer Welt stammt, die die Verteidiger des VfB Stuttgart noch nie betreten haben. Wer van Nistelrooy zusah, konnte meinen, hier habe sich ein Erwachsener in eine Kinderliga verirrt.
Van Nistelrooy gebührt das Verdienst, dass er eine gute, alte Debatte wiederbelebt hat. Seit Kevin Keegan 1980 die Liga verließ, stand diese Frage wie ein Vorwurf im Raum: Wann holt die Bundesliga endlich einen Superstar?! Das Lustige an der Debatte war immer, dass nie einer befriedigend erklären konnte, was ein Superstar überhaupt ist. Gilt einer wie Jean-Pierre Papin, der laut Franz Beckenbauer Scha-pa-pa-pa hieß und "praktisch a Weltstar" war? Muss man teuer sein wie Amoroso, Kapitän der brasilianischen Nationalelf wie Lúcio, Weltmeister wie Luca Toni? Oder reicht es, ein Model zur Spielerfrau zu haben (van der Vaart)?
Jenseits dieser platten Debatten scheint die Liga inzwischen ihre Haltung zum Thema "Star" gefunden zu haben. Van Nistelrooy, Robben und Ribéry waren ja aus unterschiedlichen Gründen vom Weg abgekommen, zu oft verletzt waren die beiden Niederländer, zu unstet verlief die Karriere des Franzosen.
Da bot sich ihnen die Bundesliga an, mit stabilen Gehältern, gefüllten Arenen, spannenden Saisonverläufen und garantierten Stammplätzen. Dies ist der faire Deal, den die Liga und die Stars verabredet haben: Die Liga bietet den Stars eine Bühne, die Stars bieten der Bühne sich selbst.
Auf diese Weise ist die Bundesliga für die internationale Elite zum Rehazentrum mit fünf Sternen geworden - eine Referenz, die weitere wärmebedürftige Spitzenkräfte anlocken könnte. Schon im Sommer dürfte der nächste Real-Profi in die Liga wechseln. Es ist ein Spieler, der in WM- und EM-Finals stand und mit Rehazentren aller Art bestens vertraut ist. Willkommen Christoph Metzelder!
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(SZ vom 15.02.2010)
Berliner Zeitung
Nix gegen Scho-pä-pa-peng, den Weltstar, der mit zwei Toren in einem Spiel in der CL seine Ablösesumme wieder einspielte.
Jetzt schießt van the man mal zwei Tore und alle Zeitungen schreiben, dass sich die Liga nächstes Jahr mir Weltstars nur noch so spicken wird.
Es kann auch ganz anders kommen: International ist die Liga weiter nur mau. Wer von sich behauptet, man habe Italien längst abgehängt, soll mir bitte mal die deutschen CL-Halbfinalteilnehmer seit 2002 aufsagen, und die italienischen. Und wer weitertönt, in Deutschland würden halt die Gehälter pünktlich gezahlt, kann ja mal auf die Abozahlen von Premiere / Sky schauen. Die Liga hängt am Tropf dieses Privatsenders, und wenn der endlich über den Jordan geht haben wir hier ein Problem.
Warten wir mal ab, wie Bayern und der VfB die Achtelfinals spielen, und wie sich die italienischen und französischen Clubs so schlagen (Girondins Bordeaux, kennt der deutsche Michel nicht, kann ja nix sein). Und dann schauen wir, wie sich die deutschen Helden in der Euro-League so bewähren. Und warten die WM ab. Und dann kommt es drauf an, ob und wieviel Sky für die Fernsehübertragung noch zahlen kann.
wenn in England einer gerade gehen kann und zwei Mal ein Tro reinstolpert, ist er der Superstar - siehe die Aufregung seinerzeit z.B. um Michael Owen, der letztlich eine gute, aber keine große Karriere hat.
In Spanien werden Spieler von Barcelona und Madrid von der Presse systematisch aufgebaut - unter reger Teilnahme der Klubführung, siehe die "Galaktischen".
In Deutschland geht es vor allem um Kritik. Z.B. bei Rosicky damals: "Zu schmächtig für die Bundesliga ?!" (Bildzeitung).
Eigenartigerweise ist die Kritikbrille in Deutschland aber mindestens ein halbes Jahrzehnt abgeschaltet gewesen, wenn es um den spanischen und den englischen Fußball ging. Heute sieht man, das dort auf Sand - also Schulden - gebaut wurde. Italien ist sowieso schon abgeschmiert.
"Der ist laut Branchen-Terminologie mindestens ein Weltstar"
Ja und wer ist die Branche, die jeden zum Weltstar, Jahrtausendtalent, Nulpe mit 173673 torlosen Minuten ausruft? Die Medien mit der SZ vorne dabei.
Und jetzt sich woll fühlen, der "Branche" den Spiegel vorzuhalten. Einfallsreich! Oh Mann. Ich seh es schon kommen:
I.M is ja Podolski-Bashing ganz groß angesagt (ob zu REcht oder nicht ist dafür völlig egal). Wenn er dann wieder gut spielen sollte, ist die SZ wahrs. das erste Blatt, dass die "Branche" für das Podolski-Bashing kritisiert.
Diese zirkuläre Berichterstattung ist peinlich, erst Feuer legen um es dann als Held zu löschen? Großes Kino!
Im Sommer kommt vor Allem der Ehegatte des Models zurück nach Hamburg.